Tötung am Brunnenmarkt: Soko ortet mangelhafte Behördenkommunikation

29. August 2016, 16:34
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Erste Erkenntnisse der Sonderkommission: "Zahnräder greifen nicht ineinander"

Wien – Nach der Bluttat am Brunnenmarkt, bei der ein 21-Jähriger Anfang Mai eine Frau mit einer Eisenstange attackiert und tödlich verletzt hat, ist von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) eine Sonderkommission eingerichtet worden. Nun gibt es erste Erkenntnisse, berichtet "Die Presse". Demnach war der Informationsfluss zwischen den Behörden mangelhaft.

Eingerichtet wurde die Soko, um allfälliges Behördenversagen im Vorfeld des Mordfalles zu klären, nachdem der psychisch auffällige Tatverdächtige ohne Aufenthaltstitel bereits seit Oktober 2010 mehrfach juristisch aufgefallen ist. "Die Zahnräder greifen nicht ineinander", zitierte "Die Presse" den Leiter der Soko und Vizepräsidenten des Wiener Landesgerichts für Zivilrechtssachen, Helfried Haas. Denn bei zahlreichen öffentlichen Stellen und Behörden wurden im Laufe der Jahre Informationen über den Mann zusammengetragen, die Zusammenführung unterblieb jedoch. Damit gab es keine Institution, die über alle Informationen des jungen Obdachlosen verfügte.

Zwischenbericht noch im September

Die hochkarätig besetzte Soko hat ihre nächste Sitzung laut der Tageszeitung am 19. September, bis Ende September soll ein erster Zwischenbericht erfolgen, der Endbericht bis Jahresende. Ein mittlerweile vorliegendes psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem mutmaßlichen Täter aufgrund von geistiger Abnormität Zurechnungsunfähigkeit, weshalb er mangels Schuldfähigkeit nicht wegen Mordes vor Gericht gestellt werden kann. In einem Prozess wird es um die Einweisung in eine Anstalt gehen.

Der Mann verübte die Tat am 4. Mai. Das spätere Opfer, eine 54-Jährige, hatte sich mit einer Arbeitskollegin auf dem Weg zur Arbeit befunden, als der aus Kenia stammende Mann plötzlich zwischen zwei Marktständen auf sie losstürmte und auf sein Opfer einschlug. (APA, 29.8.2016)

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