Euphorie in Leipzig, Diskussionen nach Bernardo-Transfer

29. August 2016, 15:13
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Nach dem 2:2 in Hoffenheim herrscht Vorfreude auf das Duell mit Dortmund – Rangnick zu Bernardo-Ablösemodalitäten: "Das wird noch zu besprechen sein"

Leipzig – Nach dem erfolgreichen Auftakt in der deutschen Bundesliga ist die Euphorie bei RB Leipzig ungebrochen. Nach dem in letzter Minute durch Marcel Sabitzer gesicherten 2:2 in Hoffenheim und der Verpflichtung von zwei Spielern ist die Vorfreude auf das Gastspiel von Vizemeister Dortmund am kommenden Wochenende noch etwas gewachsen.

"Dortmund muss sich auf eine Truppe einstellen, die einfach Bock hat und den Willen, in der Liga etwas zu reißen", sagte Kapitän Dominik Kaiser. Für noch mehr Begeisterung als das Ergebnis sorgte das Auftreten der Leipziger. Kompakt und giftig im Spiel gegen den Ball sowie mit Zug zum Tor – der Auftritt konnte sich sehen lassen.

Trainer Hasenhüttl zufrieden

"Wir haben die zweitmeisten Torschüsse des Spieltages abgegeben, nach Bayern München. Ich denke, dass wir mit unserer Art, Fußball zu spielen, eine Bereicherung sein können", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Auch von externen Beobachtern kamen anerkennende Worte.

Gaben sich die Leipziger vor dem Saisonstart noch zurückhaltend, kommen nun die ersten Kampfansagen. "Wir brauchen uns nicht verstecken, haben Qualitäten und einen Spirit, der uns durch die Saison tragen wird", sagte Kaiser. Sportdirektor Ralf Rangnick fügte hinzu: "Sechs potenzielle Stammspieler haben gar nicht oder nur kurz gespielt. Wenn die noch dabei sind und alles ineinandergreift, haben wir noch Luft nach oben."

Zumal am Sonntag mit dem schottischen Talent Oliver Burke, an dem auch Bayern München und Manchester United interessiert gewesen sein sollen, und Bernardo von Red Bull Salzburg zwei weitere Neuzugänge folgten. Während sich das öffentliche Interesse in Deutschland auf Burke konzentrierte, der zwölf Millionen Euro gekostet haben soll, schlug der Wechsel von Bernardo in Österreich hohe Wellen.

Mehrere Millionen als Trostpflaster für Salzburg

Auch weil der Transfer wieder einmal vor Augen führte, wer im Fußball-Universum von Red Bull das letzte Wort hat. Das bestätigte Rangnick im Sky-Interview: "Nach dem leider sehr unglücklichen Aus in der Champions League haben wir uns darauf verständigt, dass er zu uns wechseln wird, nachdem wir auf dieser Position ja noch wen brauchen." Rangnick äußerte zwar Verständnis für den Ärger von Salzburg-Trainer Oscar Garcia, sagte aber: "Es geht um die Entwicklung des Spielers. Er bringt alles mit, was wir brauchen."

Das Trostpflaster für Salzburg dürfte immerhin recht üppig sein. Die Ablösesumme, die von deutschen Medien zwischen vier ("Kicker") und sechs ("Bild") Millionen Euro kolportiert wird, ist für einen gerade erst etablierten Spieler mit bisher 16 Bundesliga-Einsätzen in Österreich beachtlich. Die klare organisatorische Trennung zwischen Leipzig und Salzburg, die seit der vergangenen Saison von beiden Seiten zunehmend betont wird, dürfte in der Praxis noch nicht ganz vollzogen sein.

Zu den Ablösemodalitäten sagte Rangnick: "Das wird sicherlich noch zu besprechen sein, aber sicherlich nicht in den Dimensionen, in denen wir uns bei anderen Spielern in der Bundesliga befinden." Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund bestätigte bei laola1.at, dass es sich für Salzburg um ein gutes Geschäft handelt. Die Transfersumme bewege sich in einem Bereich, "der für Österreich nicht üblich ist". (APA, 29.8.2016)

  • Rasenballsport orientiert sich nach oben.
    foto: apa/afp/roland

    Rasenballsport orientiert sich nach oben.

  • Toptalent und Neuverpflichtung Oliver Burke.
    foto: reuters/clifton

    Toptalent und Neuverpflichtung Oliver Burke.

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