Wiener "Omadienst" fürchtet um Subvention

29. August 2016, 15:09
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Katholischer Familienverband warnt: Vermittlungstätigkeit könnte 2017 enden – Laut Stadt noch Gespräche geplant

Wien – Die Stadt Wien lässt den "Omadienst" im Stich. Das befürchtet jedenfalls der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien, der die Leih-Großmütter vermittelt. Die jährliche Förderung von 20.000 Euro sei für das kommende Jahr nicht mehr zuerkannt worden, beklagte eine Sprecherin am Montag. Hoffnung gibt es jedoch: Laut Stadt sind noch Gespräche geplant.

Der Familienverband zeigte sich vom Förder-Aus überrascht – noch dazu, da man seit 2011 keine Erhöhung mehr beantragt habe. Rund 300 Omas stehen zur Vermittlung bereit. Der 1973 gegründete Dienst schließe Lücken in der Kinderbetreuung, die weder eine Tagesmutter noch ein Kindergarten oder Hort fülle, wird betont.

Die Großmütter arbeiten auf eigene Rechnung, der Verband lukriert einen Vermittlungsbeitrag. Ansonsten, so hieß es, finanziere man sich durch Spenden oder Mitgliedsbeiträge. Die 20.000 Euro würden jedenfalls fehlen, beteuerte die Sprecherin. Es gebe zwar Reserven, im schlimmsten Fall müsse man im kommenden Jahr aber die Tätigkeit einstellen.

Im Büro der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) wurde auf APA-Anfrage bestätigt, dass dem Verband – im Rahmen einer Neubewertung von Förderungen an Kinderbetreuungseinrichtungen – für das kommende Jahr vorerst eine Absage erteilt worden sei. Es werde aber nun noch Gespräche geben, wurde im Rathaus angekündigt.

Von politischer Seite wurde der drohende Förderstopp massiv kritisiert. Vertreter von ÖVP und FPÖ forderten, den Dienst weiterhin zu unterstützten. Die Bundesvorsitzende des Österreichischen Seniorenbundes, die Wiener VP-Gemeinderätin Ingrid Korosec, versicherte: "Das ist eine Katastrophe für die betroffenen Familien, die dadurch ihre gewohnte Betreuungsperson verlieren."

Der Bildungssprecher der Wiener FPÖ, Maximilian Krauss, zeigte sich ebenfalls erbost: "Das ist ein Skandal, vor allem in Anbetracht der Tatsache, wofür sonst ohne mit der Wimper zu zucken Geld verschwendet wird." (APA, 29.8.2016)

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