Melanom: Forscher entschlüsseln Resistenzmechanismen

29. August 2016, 12:42
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Hautkrebspatienten, die eine BRAF-Mutation aufweisen und mit einem Hemmstoff behandelt werden, entwickeln spätestens nach elf Monaten eine Therapieresistenz. Wiener Forscher klärten nun die Mechanismen dahinter

Wien – Bei 40 bis 50 Prozent der metastasierenden Melanome (Hautkrebs) kommt eine Mutation im BRAF-Gen vor, die das Tumorwachstum ankurbelt. Patienten mit einem fortgeschrittenen Melanom, die eine solche BRAF-Mutation aufweisen, können mit einem spezifischen Hemmstoff behandelt werden. Doch nach rund einem Jahr kommt es meist zu Resistenzen. Wiener Wissenschafter haben nun einige dieser Mechanismen aufgeklärt.

Den Wissenschaftern von der Abteilung für Dermatologie der MedUni Wien am AKH ist es gelungen, diese Resistenzmechanismen zu verstehen. Zudem konnten sie das Auftreten der Resistenzen verzögern oder sogar verhindern. Erste Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen hätten mit Hilfe der Proteomics-Technologie erzielt werden können, hieß es am Montag vonseiten der MedUni Wien.

Mit Weintrauben gegen Hautkrebs

"Wir konnten zeigen, dass die Resistenz auf den BRAF-Inhibitor mit einer gesteigerten Expression des lysosomalen Kompartiments (Anm.: Zellorganellen in kugelförmiger Bläschenform), mit einer erhöhten Zellbindung und mit einer morphologischen Veränderung der Zellen, von kugel- zu spindelförmig, einhergeht", sagt Studienleiterin Verena Paulitschke. Basierend auf diesem Resistenzprofil konnte in einem ersten Ansatz die Wirksamkeit des Resveratrolderivats M8, ein in der Natur vor allem in Weintrauben vorkommendes Polyphenol, nachgewiesen werden.

Am Mittwoch startet in Wien der 16. Welt-Hautkrebs-Kongress in den Räumlichkeiten der Hofburg am Heldenplatz. (APA, 29.8.2016)

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