Kultkonsole Super Nintendo: Von Kindern geliebt, von Eltern gehasst

29. August 2016, 10:35
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Nachfolger des NES erreichte vor 25 Jahren den Westen, nicht zur Freude der Erziehungsberechtigten

16-Bit-Technologie und "Super Mario World" – der Sprung zur nächsten Hardwaregeneration nebst einem neuen Abenteuer des kultigen Installateurs waren Argument genug, um anno 1991 viele Kinderherzen höher schlagen zu lassen. Vor 25 Jahren brachte Nintendo das "Super Nintendo Entertainment System erstmals auf einen westlichen Markt. Im Spätsommer 1991 startete er in den USA, im Frühling 1992 hielt er schließlich auch in Europa Einzug. Im deutschen Sprachraum etablierte sich der Name "Super Nintendo".

Er folgte dem höchst erfolgreichen "Nintendo Entertainment System", der acht Jahre zuvor seine Premiere gefeiert hatte. Der erste "Nintendo" hatte in dieser Zeit rund 30 Prozent aller US-Haushalte erobert, berichtet Wired. Die neue Konsole avancierte aber auch deswegen zu einem Feindbild für zahlreiche Eltern und zum Objekt der Begierde vieler Kinder und Teenager. Heute genießt er Kultstatus in der Retro-Gemeinde.

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Nicht abwärtskompatibel

Während die Sprösslinge sich über Spielemagazine bereits über jedes Detail des in Japan als "Super Famicom" schon 1990 gestarteten Geräts informiert hatten, sahen die Erziehungsberechtigte es als eine Art Geldvernichtungsmaschine. Dutzende NES-Spiele für teures Geld füllten die Regale im Kinderzimmer, kein einziges davon sollte jedoch auf dem SNES laufen. Und ob man den Weihnachtswunsch bloß ob eines neuen "Mario" erfüllen sollte, wurde in Zeitungsberichten und TV-Diskussionen stark in Zweifel gezogen.

Auch bei künftigen Konsolen verzichtete Nintendo mitunter auf Abwärtskompatibilität. Geliebte alte Spiele lässt man aber mittlerweile über die "Virtual Console" als Download-Versionen wiederauferstehen.

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Der Platzhirsch kehrt zurück

Der japanische Branchenveteran hatte auch kaum eine andere Wahl, als ein neues Schlachtross auf den Heimkonsolenmarkt zu schicken. Denn Konkurrenten wie Sega schliefen nicht und hatten bereits eigene Konsolen veröffentlicht, die dem Oldie aus 1983 technologisch voraus waren.

Der Super Nintendo stellte die alten Verhältnisse wieder her. Er sollte sich auch als Plattform für frühe 3D-Games wie "Pilotwings" bewähren. Nintendo brachte neben "Mario" auch andere Erfolgsmarken wie "Zelda" oder "Donkey Kong" auf das neue System.

Sehr erfolgreich

Trotz des Murrens vieler Eltern und anfangs schlechter Verfügbarkeit verkaufte sich der SNES letztlich wie warme Semmeln. Der Markt folgte flott. Erschienen in den ersten Monaten noch zahlreiche weitere Titel für den Vorgänger, hatten bis 1994 alle bedeutenden Entwickler den Wechsel vollzogen.

Nach Zählung von VG Chartz konnten letztlich 49,1 Millionen Stück des Super Nintendo weltweit verkauft werden. Damit schaffte er zwar nicht die Reichweite des ersten NES, der knapp 62 Millionen Mal neue Besitzer fand, ist aber neben diesem und der Wii (101 Mio.) die bis heute erfolgreichste Wohnzimmer-Plattform des Herstellers. (gpi, 29.08.2016)

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  • Der "Super Nintendo" avancierte, wie sein Vorgänger, zum Kultgerät.
    foto: nintendo

    Der "Super Nintendo" avancierte, wie sein Vorgänger, zum Kultgerät.

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