Türkei: Autoren mit Druck auf Merkel

29. August 2016, 10:22
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Eine Onlinepetition startet in dieser Woche

Berlin – Der Börsenverein des Buchhandels und das PEN-Zentrum fordern die deutsche Bundesregierung zu Türkei-Kritik auf. Das berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin Spiegel. Obwohl seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei mehr als 130 Verlage, Fernsehstationen und Radiosender geschlossen und über 40 Journalisten inhaftiert wurden, hat die deutsche Bundesregierung nach Ansicht von Autoren und Journalisten bis jetzt keine deutlichen Worte der Kritik gegenüber Ankara gefunden.

Mit einer Onlinepetition wollen der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Reporter ohne Grenzen und das PEN-Zentrum Deutschland deshalb nun öffentlich Druck auf Kanzlerin Angela Merkel machen. Unter dem Titel "Für das Wort und die Freiheit – #freewordsturkey" fordern sie darin Bundesregierung und EU-Kommission auf, "klar Position zur Lage in der Türkei zu beziehen und die Meinungsfreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern".

Den betroffenen Journalisten und Autoren in der Türkei müsse zudem schnell und unbürokratisch geholfen werden, etwa mit Notfall-Visa. "Das laute Schweigen der Bundesregierung und der EU-Kommission wird immer unerträglicher", sagt Alexander Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins: "Meinungsfreiheit ist unverhandelbar. Eine solche Appeasement-Politik hat sich noch nie bewährt."

Petition via Plattform

Die Petition soll diese Woche auf Deutsch, Englisch und Türkisch über die Internetplattform Change.org starten – unterstützt von der gemeinnützigen Organisation Pixelhelper, die sich auf politische Aktions- und Lichtkunst spezialisiert hat. Zum NSA-Skandal projizierte Pixelhelper die Lichtzeile "United Stasi of America" auf die US-Botschaft in Berlin. (APA, 29.8.2016)

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