70 Tote bei Anschlag auf Rekrutierungszentrum im Jemen

29. August 2016, 17:12
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Angriff auf Armeerekruten in Hafenstadt Aden, IS beansprucht Tat für sich

Aden – Bei einem Selbstmordanschlag auf Rekruten der Armee sind in der jemenitischen Hafenstadt Aden am Montag nach Helferangaben 71 Menschen getötet und 98 weitere verletzt worden. Der Attentäter sprengte sich in einem Auto an einer großen Militärschule in die Luft. Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Anschlag.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte gelang es dem Angreifer, mit seinem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in das abgeriegelte Militärgelände vorzudringen, als das Eingangstor für einen Lieferwagen geöffnet wurde. Dort werden Soldaten für den Kampf gegen die schiitische Huthi-Miliz und gegen sunnitische Jihadisten ausgebildet.

Rekruten angegriffen

Der Anschlag richtete sich gezielt gegen eine Gruppe von Rekruten, die sich gerade für den Militärdienst registrieren lassen wollten. Es war zunächst nicht klar, ob unter den Toten und Verletzten auch Nichtrekruten waren.

Die IS-Miliz beanspruchte den Anschlag für sich. Wie die IS-nahe Agentur Amaq über Twitter mitteilte, wurde der Angriff auf das Rekrutierungszentrum in Aden von einem Kämpfer der Jihadistenmiliz verübt.

Drei Kinder getötet

Aden ist von der Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi zur provisorischen Hauptstadt des Jemen erklärt worden, weil sich die eigentliche Hauptstadt Sanaa in der Hand der schiitischen Huthi-Rebellen befindet. Ein sunnitisches Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die Regierungstruppen mit Luftangriffen in ihrem Kampf gegen die Huthi-Rebellen.

Die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA berichtete am Montag von mehreren grenzüberschreitenden Angriffen aus dem Jemen, bei denen durch Granaten drei Kinder getötet und neun weitere Menschen verletzt wurden.

In Aden gibt es immer wieder Anschläge des Al-Kaida-Netzwerks oder der rivalisierenden IS-Miliz. Im Mai wurden bei einem Doppelanschlag des IS 41 Menschen getötet. Die USA haben sich in den Konflikt im Jemen mit zahlreichen Drohnenangriffen eingeschaltet. Seit März 2015 wurden in diesem Konflikt mehr als 6.600 Menschen getötet. (APA, 29.8.2016)

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