Neuer Oberrabbiner tritt im September Amt an

29. August 2016, 09:08
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Gebürtiger Belgier bereits als Gemeinderabbiner für Wien tätig

Wien – Der neue Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde, Arie Folger, tritt am 1. September sein Amt an. Sein Vorgänger Paul Chaim Eisenberg ist seit Juni in Pension. In Österreich wirkt der gebürtige Belgier Folger bereits seit Juni als Gemeinderabbiner in Wien. Der 41-Jährige hat fünf Jahre in der jüdischen Gemeinde in Basel, dann in München und zuletzt in Karlsruhe und Frankfurt gewirkt.

In den vergangenen Monaten ist der neue Oberrabbiner mit seiner Familie von Straßburg nach Österreich gesiedelt. Folger, der Ende Dezember als Nachfolger Eisenbergs feststand, wurde in Antwerpen geboren und studierte in Belgien, Israel und den USA. Sein Rabbinatsstudium hat er in New York absolviert und dort auch mit einem Master of Business Administration abgeschlossen. Er spricht sechs Sprachen und kann neben seiner Rabbi-Ausbildung auch auf ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium verweisen.

"Schönste deutschsprachig-jüdische Gemeinde"

In Österreich wirkt Folger bereits seit Juni als Gemeinderabbiner in Wien, was laut IKG-Statut notwendig ist. Erst ab September darf er auch als Oberrabbiner tätig sein. "Wien ist eine der zwei schönsten, ob nicht die schönste deutschsprachig-jüdische Gemeinde, die es gibt", äußerte er sich jüngst zu seiner neuen Berufung. Der Aufstieg der FPÖ in Österreich – zuletzt durch das gute Ergebnis des Freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl – bereitet ihm keine allzu großen Sorgen. "Man muss schon verstehen, nicht all diese Wähler, nur ein kleiner Teil davon kann man als Rechtsextreme bezeichnen", meinte er.

Eisenberg war seit 1983 Oberrabbiner der IKG, seit Anfang Juni ist er in Pension. Als Oberrabbiner des Bundesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs wird er aber weiterhin für die kleineren jüdischen Gemeinden aktiv sein. (APA, 29.8.2016)

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