Türkei: Kurdische Zeitung "Azadiya Welat" von Polizisten gestürmt

29. August 2016, 07:58
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Kurdisch-türkische Journalisten im Südosten des Landes festgenommen

Istanbul – Erneut ist in der Türkei ein Medienunternehmen von Polizisten gestürmt worden. Am Sonntag drangen Beamte in die Räume der kurdischsprachigen Tageszeitung "Azadiya Welat" in Diyarbakir ein, berichtete der prokurdische Fernsehsender IMC TV. Alle 27 anwesenden Journalisten seien festgenommen worden. Es habe "eine terroristische Vereinigung" stattgefunden, begründete die Polizei ihr Vorgehen.

Momentan sorgen sich viele Kritiker um die Pressefreiheit in der Türkei. Die islamisch-konservative AKP-Regierung hatte nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli rund 130 Zeitungen, Fernseh- und Radiosender geschlossen. Ihnen wurde vorgeworfen, Verbindungen zu dem in den USA ansässigen muslimischen Prediger Fethullah Gülen zu haben, der laut türkischer Regierung für den Putschversuch verantwortlich ist.

Auch prokurdische Medien stehen unter starkem Druck. Erst Mitte August hat ein Gericht in Istanbul die prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" vorläufig verboten. Ihr wird vorgeworfen, Propaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu verbreiten und deren "Sprachrohr" zu sein.

Bereits im Februar teilte der Sender IMC TV mit, dass der staatliche Satellitenbetreiber Türksat wegen Verbreitung "terroristischer Propaganda" ihn aus dem Programm genommen habe. Seitdem verbreitet IMC TV seinen Dienst nur noch im Internet. (APA, 29.8.2016)

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