Türkische Polizei stürmt kurdische Zeitung

28. August 2016, 22:36
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Festnahme kurdisch-türkischer Journalisten im Südosten des Landes

Istanbul – Erneut ist in der Türkei eine Redaktion von Polizisten gestürmt worden. Am Sonntag drangen Beamte in die Räumlichkeiten der kurdischsprachigen Tageszeitung "Azadiya Welat" in Diyarbakir ein, wie der pro-kurdische Fernsehsender IMC TV berichtete. Alle 27 anwesenden Journalisten seien festgenommen worden. Es habe "eine terroristische Vereinigung" stattgefunden, begründete die Polizei demnach ihr Vorgehen.

Momentan sorgen sich viele Kritiker um die Pressefreiheit in der Türkei. Die islamisch-konservative AKP-Regierung hatte nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli rund 130 Zeitungen, Fernseh- und Radiosender geschlossen. Ihnen wurde vorgeworfen, Verbindungen zum in den USA ansässigen muslimischen Prediger Fethullah Gülen zu haben, der laut Ankara für den Putschversuch verantwortlich sein soll.

Medien unter Druck

Auch pro-kurdische Medien stehen unter starkem Druck. Erst Mitte August hatte ein Gericht in Istanbul die pro-kurdische Zeitung "Özgür Gündem" bis auf Weiteres verboten. Dem Blatt wird vorgeworfen, Propaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu verbreiten, und deren "Sprachorgan" zu sein.

Bereits im Februar teilte der Sender IMC TV mit, dass der staatliche Satellitenbetreiber Türksat wegen Verbreitung "terroristischer Propaganda" ihn aus dem Programm genommen habe. Seitdem verbreitet IMC TV seinen Dienst nur noch im Internet. (APA, 28.8.2016)

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