Jumio will in einigen Quartalen Gewinne schreiben

28. August 2016, 17:07
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Nach Insolvenz haben die Geschäfte des amerikanisch-österreichische Unternehmen wieder Fahrt aufgenommen

Wien – Jumio-Chef Stephen Stuut sieht den amerikanisch-österreichischen Spezialisten für ID-Verifizierung wieder voll auf Kurs. "Ich erwarte, dass wir den Break-even in einigen Quartalen erreichen werden", sagte er in einer Telefonkonferenz mit dem STANDARD. Das im Frühjahr 2010 vom Österreicher Daniel Mattes gegründete Unternehmen habe nach der im Frühjahr nach Chapter 11 beantragten Insolvenz seine Geschäfte erfolgreich fortsetzen können.

Die 50 Arbeitsplätze an den Entwicklungsstandorten Linz und Wien hätten erhalten werden können, betonte Stuut. Im Rahmen des Verfahrens wurde die amerikanische Mutter an Investor Centana Growth Partners verkauft. Weltweit beschäftigt Jumio 900 Mitarbeiter, davon 800 in Indien. Das Headquarter ist Palo Alto.

Digitale Ausweisverifizierung

Bekannt geworden war Jumio durch einen überwiegend in Linz entwickelten Onlinezahlungsservice, bei dem eine Webcam als Kreditkartenleser fungiert. Da bei der Echtzeittransaktion bis auf den CCV-Code keine Daten eingegeben und gespeichert werden, können keine Karteninformationen von Hackern erbeutet werden.

Mittlerweile liegt der Schwerpunkt des Unternehmens auf der nach einem ähnlichen Prinzip funktionierenden digitalen Ausweisverifizierung. Bis zu 60 Prozent der bei Onlinebezahlvorgängen vorgelegten Ausweise gelten als gefälscht.

Gesichtserkennung als nächster Schritt

Die Zahl der Kunden habe trotz der vergangenen schwierigen Monate auf 275 in 40 Ländern erhöht werden können, sagte Stuut. Eingesetzt wird das System von Vermietungsplattformen wie Airbnb, Fluggesellschaften (United Airlines, Easyjet) und Glücksspielanbietern wie Mr. Green.

Künftig will der Payment-Service-Anbieter sein Geschäft mit nicht auf dem lateinischen Alphabeth basierenden Schriften ausbauen. Investiert werden soll auch in neue Technologien wie Gesichtserkennung, so der österreichische Produktmanager Philipp Pointner. (kat, 28.8.2016)

  • Bis zu 60 Prozent der bei Onlinebezahlvorgängen vorgelegten Ausweise gelten als gefälscht. Verschiedene Lösungen versprechen eine zuverlässige ID-Verifizierung.
    foto: afp / nicolas asfouri

    Bis zu 60 Prozent der bei Onlinebezahlvorgängen vorgelegten Ausweise gelten als gefälscht. Verschiedene Lösungen versprechen eine zuverlässige ID-Verifizierung.

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