Trump will als Präsident umgehend Illegale ausweisen

28. August 2016, 14:18
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Republikaner zieht Front zwischen Afroamerikanern und Latinos ohne Bleiberecht

Washington – US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump setzt im Wahlkampf erneut auf scharfe Töne gegen Einwanderer: Im Falle seines Wahlsiegs werde er von "Tag eins" an alle illegal eingewanderten Migranten aus den USA hinausschaffen lassen, sagte der Republikaner am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa.

Mit seiner Reaktion auf den gewaltsamen Tod einer Cousine des schwarzen US-Basketballstars Dwyane Wade zog Trump sich heftige Kritik zu.

"Kriminelle entfernen"

"An Tag eins werde ich anfangen, rasch kriminelle illegale Immigranten aus diesem Land zu entfernen – einschließlich der hunderttausenden kriminellen illegalen Immigranten, die unter der Obama-Clinton-Regierung in die US-Gemeinden entlassen wurden", kündigte Trump bei der Wahlkampfveranstaltung in Des Moines für den Fall seines Wahlsieges an.

Der US-Milliardär fügte hinzu, er werde eine große Grenzmauer bauen, illegalen Einwanderern den Zugang zu Sozialleistungen verwehren und ein elektronisches Überwachungssystem einführen, um sicherzustellen, dass niemand nach Ablauf seines Visums im Land bleibt. "Wenn wir nicht die Visa-Ablaufdaten durchsetzen, haben wir eine offene Grenze. So einfach ist das", sagte Trump. Er stehe für den Rechtsstaat, seine demokratische Rivalin Hillary Clinton hingegen "für offene Grenzen".

Wahlversprechen Grenzmauer

Zu Trumps zentralen Wahlversprechen zählen der Bau einer Grenzmauer zu Mexiko und die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. In vielen Punkten bleiben seine Pläne aber vage. Einige seiner Berater drängen ihn nun Berichten zufolge, seine umstrittenen einwanderungspolitischen Vorstellungen weniger offensiv zu vertreten.

Vor einer Woche hatte sich tatsächlich eine Kehrtwende Trumps angedeutet: Teilnehmer hatten dem spanischsprachigen Fernsehsender Univisión gesagt, Trump habe bei einem Treffen mit konservativen Hispanics eingeräumt, dass es "ein großes Problem" mit den elf Millionen nicht registrierten Einwandern in den USA gebe und dass deren Ausweisung "weder möglich noch menschlich" sei.

Rechte verletzt

In Des Moines versuchte Trump nun aber, insbesondere Afroamerikaner gegen illegale Einwanderer, die zumeist aus Lateinamerika in die USA kommen, aufzubringen. "Jedes Mal, wenn ein afroamerikanischer Bürger oder irgendein Bürger seinen Job an einen illegalen Einwanderer verliert, sind die Rechte, die amerikanische Bürger haben, vollständig verletzt worden", wetterte der Präsidentschaftskandidat.

Stunden zuvor hatte Trump den gewaltsamen Tod einer Cousine des Basketballspielers Dwyane Wade zum Wahlkampfthema gemacht. "Dwayne Wades Cousine wurde gerade erschossen, als sie ihr Baby in Chicago herumfuhr", empörte sich Trump im Kurznachrichtendienst Twitter, wobei er den Namen des Basketballspielers falsch schrieb. "Genau was ich gesagt habe. Afroamerikaner werden TRUMP WÄHLEN", kommentierte der Republikaner.

"Futter für Höhlenmenschen"

Wades Cousine Nykea Aldridge war in Chicago in eine Schießerei zwischen zwei Männern geraten. Trumps Äußerungen zu dem Fall lösten einen Sturm der Entrüstung aus. Der schwarze US-Schauspieler Don Cheadle, bekannt aus dem Kinohit "Ocean's Eleven" und dessen Fortsetzungen, twitterte, Trump schere sich nicht im Geringsten um Wades Cousine. In ihrem gewaltsamen Tod wittere der Republikaner lediglich "Futter" für ultrakonservative "Höhlenmenschen".

Ein paar Stunden nach seinem ersten Twitter-Kommentar schlug Trump einen moderateren Ton an: "Mein Beileid an Dwyane Wade und seine Familie zum Verlust von Nykea Aldridge. Sie sind in meinen Gedanken und Gebeten." (APA, 28.8.2016)

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