Ab in die Box oder wie die Zinsen am Konto schmelzen

28. August 2016, 12:00
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Die Bawag will Altkunden den Umstieg auf die Konto-Box durch Leistungsreduktion erleichtern

"Mitten im Leben, schneller an Ihr Ziel", verspricht ein Werbespruch der Bawag-P.S.K. In Zeiten, in denen Banken fieberhaft auf der Suche nach Ertragsquellen sind, können schon einmal die Ziele der Kunden mit den eigenen kollidieren. Zwischen den beiden liegen nur eine orthografische Winzigkeit – und ein paar Promille.

Es geht um die Bawag-Konto-Box. Schon bei ihrem Erscheinen 2009 fühlten sich manche Kunden gepflanzt, als an sie die Einladung zum Umstieg erging, denn für viele brachte sie Nachteile in Form von höheren Kosten. Die Jahre zogen ins Land. Noch immer gibt es hartnäckige Altkunden, die im Genuss günstiger Konditionen wie rund 20 Euro Kontoführungsentgelt im Quartal und unbegrenzte Buchungszeilen sind.

Wiederkehrend suchte die Bank, sie durch Leistungsreduktion zu bekehren. Shopping-Card ersetzte die Kreditkarte. Die aktuelle Einladung zum Umstieg – etwa auf die Konto-Box Large, zum Preis von 9,90 Euro im Monat – soll "erleichtert" werden: Die Habenzinsen schmelzen von 0,25 auf 0,01 Prozent. Wer auf die Kontobox wechselt, darf die üppigen 0,25 Prozent aber behalten. Wer nicht will, darf gehen.

Wie viel die Banken ändern dürfen, ist nicht ausjudiziert, sagt VKI-Juristin Beate Gelbmann. Kleine Änderungen sind erlaubt. Beim Zinssatz geht noch etwas: 0,0001 Prozent wäre noch nicht null. (rebu, 28.8.2016)

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