Red Bull überrascht, Rosberg fährt mit Heiligenschein Bestzeit

26. August 2016, 16:50
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Mercedes-Pilot testete Sicherheitssystem Halo im Spa-Training

Spa-Francorchamps – Fast-Lokalmatador Max Verstappen hat am Freitag für die Tagesbestzeit beim Warmfahren für das erste Rennen nach den Formel-1-Ferien gesorgt. Der 18-jährige in Belgien geborene Niederländer und sein australischer Teamkollege Daniel Ricciardo bestätigten am Freitag Nico Rosbergs Vorahnungen. Im Kampf um den Sieg beim Großen Preis von Belgien an diesem Sonntag muss er das Red-Bull-Duo fürchten.

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat dagegen erstmal die geringsten Chancen – theoretisch. Wie erwartet sammelte der Brite im Training Strafplätze en masse. Wegen zweier neuer Antriebseinheiten muss er von ganz hinten in den 13. WM-Lauf starten. Nach dem Ende der zweiten Session kam Hamilton auf eine Strafversetzung um 30 Plätze.

Weitere Rückversetzungen im Training am Samstag würden angesichts von 22 Startern keine Rolle mehr spielen. Durch den Einsatz mehrerer neuer Antriebseinheiten in Belgien für den Rest der Saison erhofft sich Mercedes, in den nachfolgenden Rennen weitere Strafen umgehen zu können.

Rosberg mit Halo ganz vorne

Beim ersten Training hatte Rosberg mit dem Sicherheitssystem Halo am Boliden die Bestzeit erzielt. Dabei soll ein ringförmiger Bügel den Kopf des Fahrers bei Unfällen besser schützen.

Neben Mercedes waren Red Bull, Toro Rosso und Force India mit dem Cockpitschutz unterwegs. "Ein paar Runden reichen erstmal aus, um es ein bisschen zu verstehen", meinte Rosberg.

Er unterstütze massiv eine Verbesserung der Sicherheitsstandards im Kopfbereich der Fahrer, so der Mercedes-Pilot. "Ich denke, von allen Strecken ist Spa eine der besten, um es zu testen mit all den Auf- und Abstiegen", betonte Nico Hülkenberg (Force India) mit Blick auf mögliche Sichteinschränkungen für die Fahrer.

Sieben Kilo Schutzmaterial

Halo ist englisch und heißt übersetzt Heiligenschein. Der Name hat einen Grund. Bei Halo ist ein ringförmiger, sieben Kilo schwerer Titan-Bügel über den Kopf des Fahrers gespannt. Damit soll die Überlebenschance bei Unfällen aller Art um 17 Prozent höher sein. Generell wird ein System gesucht, dass die Fahrer vor herumfliegenden Teilen schützen soll, nachdem 2009 Felipe Massa von einer Metallfeder in Ungarn getroffen worden war.

foto: apa/afp/joe klamar
Der "Halo" ist kaum zu übersehen.

Die zuständige Strategiegruppe lehnte die Einführung von Halo Ende Juli allerdings ab. Es bleibe eine starke Option, hieß es damals. Bis zum Ende der laufenden Saison und im nächsten Jahr soll weiter getestet werden.

"Möglicherweise gibt es eine noch bessere Lösung", verlautete die Strategiegruppe. Als Alternative testete Red Bull bereits einmal eine Art Windschutzscheibe. Dabei bleibt der Raum über dem Kopf der Piloten aber immer noch komplett offen. (APA, 26.8.2016)

  • Nico Rosberg im Halo-verstärkten Boliden.
    foto: apa/afp/loic venance

    Nico Rosberg im Halo-verstärkten Boliden.

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