Langjähriger Ö1-Kulturchef Volkmar Parschalk gestorben

26. August 2016, 14:44
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Baute Radiokulturredaktion federführend auf und gestaltete Sendungen wie "Im Rampenlicht", "Im Künstlerzimmer" und "Ex libris"

Wien – Der langjährige Leiter der Hauptabteilung Kultur im ORF-Hörfunk, Volkmar Parschalk, ist am Donnerstag in Wien nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben. Das teilte Brigitte Hofer aus der Ö1-Redaktion am Freitag mit. Parschalk baute die Ö1-Kultur-Redaktion federführend auf und gestaltete Sendungen wie "Im Rampenlicht", "Im Künstlerzimmer" oder "Ex libris".

Der am 13. Mai 1934 in Innsbruck geborene Kulturjournalist studierte Jus an der Universität Innsbruck. Seine Karriere im ORF begann 1956 im Landesstudio Tirol. Parschalks Interesse am Theater – er war auch ausgebildeter Schauspieler – äußerte sich etwa in seiner Initiative zur Innsbrucker Experimentalbühne "Theater im Zentrum 107", die er mit Ernst Grissemann aufbaute.

1968 holte der damalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher Parschalk nach Wien, um bei dem noch jungen Sender Ö1 die Kultur-Redaktion aufzubauen. Unter dem neuen Leiter wurde ein Block mit Kultur-Berichterstattung in den Radio-Journalen eingeführt. Dem Theater-Geschehen gab Parschalk mit der Sendung "Im Rampenlicht" ein Forum, neben der Interviewsendung "Im Künstlerzimmer" oder der Büchersendung "Ex libris" entwickelte er auch die "Opernwerkstatt".

Auch nach seiner Pensionierung als Kultur-Chef 1995 ging Parschalk weiterhin auf Sendung und engagierte sich vielseitig im kulturellen Leben. 1995 erhielt der Journalist das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Drozda: "Kunst- und Kulturvermittler der ersten Stunde und im besten Sinne"

Als "Kunst- und Kulturvermittler der ersten Stunde und im besten Sinne" würdigte Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) in einer Aussendung den am Donnerstag verstorbenen langjährigen Ö1-Kulturchef Volkmar Parschalk. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz würdigte Parschalk als "Vollblutjournalist und genialen Gestalter".

"Ohne Kunst gibt es kein Leben, gibt es keine Politik, ist unser Leben arm" – diesem Credo des 1991 mit dem Staatspreis für Kulturpublizistik ausgezeichneten Kulturjournalisten könne man nur "uneingeschränkt beipflichten", so Drozda. Wrabetz hob Parschalks "großen Einfluss auf die Entwicklung von Ö1" hervor. Für ORF-Radiodirektor Karl Amon war er "bereits zu Lebzeiten eine Ö1-Legende", die Sendeformate entwickelt hat, "die bis heute Bestand haben". (APA, 26.8.2016)

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