Attraktive Gegner für Österreichs Klubs in der Europa League

26. August 2016, 13:59
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Ein höchst unterhaltsamer Herbst steht an: Salzburg trifft auf Schalke, die Austria auf AS Roma und Rapid auf Athletic Bilbao

Monaco – Eine Auslosung ist dazu da, um akzeptiert zu werden. Red Bull Salzburg wäre viel lieber in den Töpfen der Champions League gesteckt, man hat es zum neunten Mal vermasselt, folglich musste man auf die Gegner in der Europa League warten. In Monaco zugeteilt wurde Schalke, das klingt fast nach Champions League, Krasnodar aus Russland und Nizza sind aber eindeutig Europa League. "Das ist eine sehr attraktive Gruppe, sehr schwierig, aber sportlich herausfordernd, mit Schalke als absolutem Zugpferd", sagte Sportdirektor Christoph Freund.

Die Wiener Austria war nur happy; schlägt man im Playoff Rosenborg Trondheim zweimal 2:1, ist der Verbleib in Europa allemal verdient. Die AS Roma ist ein richtig attraktiver Gegner, ausführliche Interviews mit Herbert Prohaska, der beiden Klubs diente, sind garantiert. Viktoria Pilsen und Astra Giurgiu sind die Landesmeister aus Tschechien und Rumänien, in diesen beiden Fällen hat Prohaska wenig zu sagen.

"Es ist genau das, was wir uns gewünscht haben. Mit AS Roma haben wir einen Gegner, der europaweit bekannt ist. Insgesamt ist es eine interessante und höchst attraktive Gruppe mit wirklich guten Chancen für uns", sagte Austria-Vorstand Markus Kraetschmer. Trainer Thorsten Fink sah die Dinge ein wenig nüchterner. Ihn ergötzte, dass weite Auswärtsreisen erspart geblieben sind. "Wir freuen uns auf diese Gruppe, wenngleich wir uns erst einen Überblick über alles verschaffen müssen. Roma ist natürlich der Favorit, dann kommt Viktoria Pilsen, anschließend sehe ich uns und die Rumänen."

Recht zufrieden

Rapids Vertreter zeigten sich auch recht zufrieden. Athletic Bilbao sei zwar der Favorit in Gruppe F, die Chancen auf den zweiten Platz seien im Dreikampf mit Genk und Sassuolo aber durchaus intakt, lautete der Tenor. Trainer Mike Büskens bezeichnete sich als spanienaffin. "Von daher ist es ein Top-Los." Bilbao sei ein starker Klub mit einem Umfeld, "in dem Fußball gelebt wird." Ähnlich äußerte sich Sportdirektor Andreas Müller: "Wir müssen den Dreikampf so gestalten, dass wir gute Chancen auf Platz zwei haben. Ich glaube, dass Bilbao am besten ist. Was die Reisen betrifft, können wir zufrieden sein."

Mit Genk machte Rapid bereits vor drei Jahren in der Gruppenphase Bekanntschaft. Damals gab es in Belgien ein 1:1 und daheim ein 2:2. Am Ende kam Genk als Gruppensieger weiter, die Hütteldorfer schieden als Dritter aus. Der vierte Kontrahent stammt zwar aus der Serie A, ist aber ein unbeschriebenes Blatt. US Sassuolo Calcio, ein Verein aus der 40.000-Einwohner-Stadt südlich von Modena, stieg 2013 erstmals in die höchste italienische Liga auf und schaffte dort in der vergangenen Saison Rang sechs, noch vor dem AC Milan und Lazio.

Los geht's

Das Startgeld beträgt übrigens 2,4 Millionen Euro, jeder Sieg wird mit 360.000 Euro honoriert. Die ersten zwei jeder Gruppe schaffen den Sprung ins Sechzehntelfinale. Am 15. September geht es los, Rapid beginnt daheim gegen Genk, die Austria muss nach Giurgiu, Salzburg empfängt Krasnodar.

Viel früher, nämlich schon am Sonntag, treffen Rapid und Salzburg im ausverkauften Allianz Stadion aufeinander. Beide Teams haben momentan eher eine schmale Brust, die Salzburger weinen der Champions League nach, und Rapid hat sich gegen Trencín mit 0:2 blamiert. Aufgrund des 4:0-Auswärtssieges waren die Folgen nicht fatal. Büskens hatte einen netten Vergleich anzubieten. "Das ist wie mit Kindern. Du kannst ihnen viel von der heißen Herdplatte erzählen. Sie glauben es nicht, bis sie draufpacken. Heute haben wir auf die Herdplatte gegriffen. Ich hoffe, wir haben daraus gelernt." Salzburgs Valentino Lazaro glaubt, dass Rapid der ideale Gegner ist, um das Desaster gegen Zagreb zu verarbeiten. "Man hat nicht so viel Zeit, sich den Kopf zu zerbrechen." (APA, hac, 26.8.2016)

Überblick über die Gruppen:

Gruppe A:

Manchester United (ENG)
Fenerbahce Istanbul (TUR)
Feyenoord Rotterdam (NED)
Sorja Luhansk (UKR)

Gruppe B:

Olympiakos Piräus (GRE)
APOEL Nikosia (CYP)
YB Bern (SUI)
FC Astana (KAZ)

Gruppe C:

RSC Anderlecht (BEL)
St. Etienne (FRA)
Mainz 05 (GER)
FK Qäbälä (AZE)

Gruppe D:

Zenit St. Petersburg (RUS)
AZ Alkmaar (NED)
Maccabi Tel Aviv (ISR)
Dundalk FC (IRE)

Gruppe E:

Viktoria Pilsen (CZE)
AS Roma (ITA)
Austria Wien (AUT)
Astra Giurgiu (ROM)

Gruppe F:

Athletic Bilbao (ESP)
KRC Genk (BEL)
Rapid Wien (AUT)
Sassuolo (ITA)

Gruppe G:

Ajax Amsterdam (NED)
Standard Lüttich (BEL)
Celta Vigo (ESP)
Panathinaikos Athen (GRE)

Gruppe H:

Schachtar Donezk (UKR)
Braga (POR)
KAA Gent (BEL)
Konyaspor (TUR)

Gruppe I:

Schalke 04 (GER)
FC Salzburg (AUT)
FK Krasnodar (RUS)
OGC Nice (FRA)

Gruppe J:

AC Fiorentina (ITA)
PAOK Thessaloniki (GRE)
Slovan Liberec (CZE)
Qarabag FK (AZE)

Gruppe K:

Inter Mailand (ITA)
Sparta Prag (CZE)
Southampton (ENG)
Hapoel Beer-Sheva (ISR)

Gruppe L:

Villarreal (ESP)
Steaua Bukarest (ROM)
FC Zürich (SUI)
Osmanlispor (TUR)

  • AS Roma goes Happel.
    foto: reuters/flauraud

    AS Roma goes Happel.

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    foto: apa grafik
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