Neuentdeckte Galaxie soll fast zur Gänze aus Dunkler Materie bestehen

26. August 2016, 13:18
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Dragonfly 44 gehört zu einem etwa 300 Millionen Lichtjahre von uns entfernten Galaxienhaufen

New Haven – Ein internationales Team von Astronomen hat eine Galaxie entdeckt, die fast zur Gänze aus Dunkler Materie bestehen soll: Dragonfly 44 gehört zu einem etwa 300 Millionen Lichtjahre von uns entfernten Galaxienhaufen im Sternbild Haar der Berenike. Und sie enthält fast keine Sterne, berichten Forscher um Pieter van Dokkum von der US-amerikanischen Yale-Universität im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters".

Die Astronomen nutzten das W. M. Keck Observatorium und das Gemini North Teleskop, die beide auf Hawaii stehen. Dragonfly 44 ist ihren Erkenntnissen zufolge ein diffuser Klumpen in etwa von der Größe und Masse unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Zuvor waren bereits Zwerggalaxien gesichtet worden, die einen ähnlich hohen Anteil Dunkler Materie besitzen. Diese haben jedoch rund 10.000 Mal weniger Masse als Dragonfly 44.

Das ewige Rätsel

Nur 0,01 Prozent von Dragonfly 44 sollen leuchtende Sterne ausmachen, 99,99 Prozent werden der Dunklen Materie zugeschrieben. Diese ist eine trotz eifriger Forschung nach wie vor mysteriöse, unsichtbare Form von Materie, die sich nur über ihre Schwerkraft bemerkbar macht. Worum es sich dabei handeln könnte, ist eines der größten Rätsel der modernen Physik. Dabei soll sie gemäß dem kosmologischen Standardmodell im Universum rund fünfmal häufiger als die uns vertraute Materie sein, aus der auch Sonne, Erde und wir selbst bestehen.

"Wir haben keine Ahnung, wie sich Galaxien wie Dragonfly 44 gebildet haben können", sagt Studienkoautor Roberto Abraham von der Universität Toronto. "Was wir letztlich wirklich verstehen wollen, ist, was Dunkle Materie ist", ergänzte van Dokkum. "Das Rennen ist eröffnet, um dunkle Galaxien zu finden, die noch näher sind als Dragonfly 44, so dass wir nach schwachen Signalen Ausschau halten können, die vielleicht ein Teilchen der Dunklen Materie verraten." (APA, red, 26. 8. 2016)

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