Fettleibigkeit erhöht Risiko für zahlreiche Krebsarten

26. August 2016, 10:11
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Normalgewicht beugt vielen Arten von Krebs vor. Ob eine Gewichtsreduktion das Risiko senkt, ist bisher nicht klar

Wer übergewichtig ist, hat Experten zufolge ein erhöhtes Risiko für viele Arten von Krebs. Das war für einige Krebsarten bekannt und wurde nun von der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC für weitere bestätigt. Dazu hatten Forscher rund 1.000 Studien zum Zusammenhang von Krebs und Gewicht analysiert.

"Die umfassende Auswertung unterstreicht den Nutzen, den die Beibehaltung eines gesunden Körpergewichts hat, um das Risiko mehrerer unterschiedlicher Krebs-Typen zu reduzieren", erklärt Studienleiterin Beatrice Lauby-Secretan. Die Agentur, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört, sprach von einem "krebsvorbeugenden Effekt des Nicht-Fettleibigseins".

Mit den Studien zum neuen "Handbuch der Krebsprävention" bestätigten die Forscher einerseits eine Auswertung von 2002, der zufolge das Beibehalten des Normalgewichts das Risiko für Darm- und Enddarmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren, Gebärmutterkrebs, Speiseröhrenkrebs und Nierenzellkrebs senkt.

Je fettleibiger, desto höher das Risiko

Nun gebe es hinreichende Belege für weitere Krebsarten, die bei Übergewicht vermehrt auftreten: darunter Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Eierstockkrebs und Karzinome im oberen Magenbereich. Das Ergebnis gilt nach IARC-Angaben für Erwachsene mittleren Alters.

Die Daten wiesen auf einen Zusammenhang von "Dosis und Wirkung" hin, sagt der beteiligte Epidemiologe Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg: "Je stärker ausgeprägt die Fettleibigkeit ist, desto höher das Krebsrisiko".

Die Datenlage reicht laut Kaaks nicht aus, um zu prüfen, ob eine drastische Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen das Krebsrisiko wieder senken könnte. Ein Schritt zur Krebsprävention sei daher eher, erst gar keine überzähligen Pfunde anzusammeln. Nach internationalen Schätzungen ließen sich etwa in Deutschland 25.000 Krebsfälle verhindern, wenn kein Mensch Übergewicht hätte. (APA, 26.8.2016)

  • Mit dem Übergewicht steigt das Risiko für Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Eierstockkrebs und Karzinome im oberen Magenbereich.
    foto: keystone/alessandro della bella

    Mit dem Übergewicht steigt das Risiko für Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, Eierstockkrebs und Karzinome im oberen Magenbereich.

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