Hochsitz bei Gedenkstätte: Antifa lehnt Bier mit Jäger ab

26. August 2016, 09:10
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Der Unternehmer Harg hatte der Gruppierung angeboten, nach ihrer Protestaktion gegen seinen Hochsitz an der Grenze zu einer KZ-Gedenkstätte, von einer Anzeige abzusehen

Klagenfurt – Aus der Versöhnung zwischen einem Kärntner Jäger und einer antifaschistischen Gruppierung wird nichts. Die "Autonome Antifa Kärnten/Koroška" hat in einer Stellungnahme am Donnerstag mitgeteilt, dass sie das Angebot des Unternehmers Hermann Harg nicht annehmen wird. Harg hatte nach Protesten der Gruppierung sowie nach Gesprächen mit dem Innenministerium angekündigt, seinen Hochsitz an der Grenze zur KZ-Gedenkstätte Loibl abzubauen.

Harg besitzt ein Grundstück, das an die Gedenkstätte angrenzt. Die Aktivisten hatten ein Transparent bei seinem Hochsitz angebracht und nach eigener Angabe dessen Leiter entfernt. Der Unternehmer bot den Antifaschisten an, von einer Anzeige abzusehen, wenn sie gemeinsam mit ihm den Hochsitz abbauen und dann mit ihm auf ein Bier gehen.

Einladung "nicht ernst gemeint"

"Diese Einladung erscheint uns doch nicht als ernst gemeint, die Aktivisten werden diffamiert", heißt es in einer Stellungnahme der linken Gruppierung. Zudem seien die Vorwürfe des Jägers falsch, wonach der Hochstuhl "lebensgefährlich angeschnitten" wurde. Man lehne das Angebot auch deshalb ab, weil Harg die Problematik nicht verstehe.

"Nicht nur wies die Schießluke in Richtung der Gedenkstätte, sondern rund 30 Meter vom Hochsitz entfernt befanden sich die Wachtürme des KZs – und diese glichen auch noch optisch dem Hochsitz." Dies stelle einen Mangel an Geschichtsbewusstsein und Respekt gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus dar.

Zudem kritisierten die Aktivisten, dass der Unternehmer bei der nächsten Gedenkfeier niemanden mehr bei sich parken lassen will. Mit solchen "NS-Relativierenden Menschen" wolle man sich nicht treffen. (red, 26.8.2016)

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