Schuldenschnitt: Heta mit 7,5 Milliarden Euro im Plus

25. August 2016, 22:51
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Letztlich sollen die Gläubiger aber mehr erhalten, als es der Schuldenschnitt vorsieht

Wien/Klagenfurt – Dank des Schuldenschnitts durch die Finanzmarktaufsicht bilanziert die Abbaugesellschaft der früheren Hypo Alpe Adria, die Heta Asset Resolution, zum Halbjahr per 30. Juni positiv. Der bisherige Verlauf des Abbaus liege über den Erwartungen, die verbleibenden Assets würden jedoch "durchaus schwerer zu verwerten sein", erklärte Heta-CEO Sebastian Schoenaich-Carolath am Donnerstagabend in einer Unternehmensaussendung.

Gründe für die schwierigere Verwertung seien die Komplexität der verbliebenen Assets und die politischen Unwägbarkeiten in Europa. "Dennoch gehen wir davon aus, dass unser Ziel, bis Ende 2018 80 Prozent der Vermögenswerte abgebaut zu haben, erreichbar bleibt", betont der Heta-Chef.

7,5 Milliarden Euro

Dank der Umsetzung des Schuldenschnitts durch die FMA – 54 Prozent für vorrangige Gläubiger, nachrangige Gläubiger zur Gänze – erzielte die Heta im ersten Halbjahr 2016 in ihrem Einzelabschluss nach UGB/BWG einen Periodenüberschuss nach Steuern von 7,5 Milliarden Euro – im Konzernabschluss nach IFRS sind es 6,94 Milliarden Euro. Alleine aus dem riesigen Effekt des Schuldenschnitts stammen 7,15 Milliarden.

Das außerordentliche Ergebnis resultiert daraus, dass die Verbindlichkeiten der früheren Hypo – durch den Schuldenschnitt auf 46 bzw. null Prozent – um 9,45 Milliarden verringert wurden. 2,3 Milliarden waren im Zusammenhang mit dem Schuldenschnitt als Rückstellungen zu bilden. Weitere 3,49 Milliarden werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Periodenüberschuss unter dem Sonderposten "Kapitalherabsetzung gemäß BaSAG" ausgewiesen. Insgesamt ergibt sich aus dem Schuldenschnitt und der Herabsetzung des Eigenkapitals in der GuV im ersten Halbjahr 2016 ein Effekt von 10,65 Milliarden Euro.

Das rein operative Ergebnis zum Halbjahr liegt bei 330 Millionen Euro. Personal-, Zins- und Sachaufwendungen seien gesunken. Im Schuldenschnitt der FMA war ja auch der Zinsaufwand für berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten in der laufende Verzinsung auf null Prozent gestrichen worden.

Verbindlichkeiten reduziert

Auch das Eigenkapital ist dank des Schuldenschnitts wieder positiv. Die Verbindlichkeiten und Rückstellungen reduzierten sich von 17,04 Milliarden Euro um 7,88 Milliarden auf 9,15 Milliarden Euro. Das Eigenkapital liegt im Einzelabschluss nun bei einer schwarzen Null – im Konzern ist es nach IFRS mit 1,1 Milliarden Euro positiv.

Die Heta weist in ihrer Aussendung darauf hin, dass sie sich immer noch mit einer großen Anzahl von Rechtsstreitigkeiten in Verbindung mit der Anwendung des BaSAG konfrontiert sieht. Diese könnten die zukünftige Entwicklung der Heta wesentlich beeinflussen und "beinhalten erhebliche Risiken".

Mit den Gläubigern wurde vor dem Sommer eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin einigten sich beide Seiten über ein neues Rückkaufangebot für Heta-Schulden, die mit Kärntner Landeshaftungen ausgestattet sind. Denn die Gläubiger würden sonst den FMA-Schuldenschnitt gerichtlich bekämpfen und auf die Landeshaftungen pochen. Kärnten soll 1,2 Milliarden Euro beisteuern, der Rest soll aus der Heta-Verwertung kommen – so sollen die Gläubiger schlussendlich auf mehr als 90 Prozent ihrer offenen Forderungen kommen.

Geplant ist, dass der Kärntner Ausgleichszahlungsfonds (K-AF) ein neues, öffentliches Angebot legt. Den Heta-Gläubigern soll wie schon in einem ersten, gescheiterten Deal eine Barzahlung von 75 Prozent für Senior-Bonds und 30 Prozent für Nachranganleihen angeboten werden. Als Alternative soll den Gläubigern eine vom K-AF begebene Nullkupon-Anleihe mit einer Laufzeit von 13,5 Jahren angeboten werden. Über die Bühne gehen soll die neue Angebotslegung im Herbst. Rechtlich sei über den Sommer viel geklärt worden, war zuletzt zu vernehmen. (APA, 25.8.2016)

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