Gegen Hass im Netz: Briten erhöhen Druck auf Internet-Konzerne

25. August 2016, 17:05
2 Postings

Facebook, Youtube und Twitter müssten stärker gegen Gewalt-Propaganda vorgehen

Britische Abgeordnete erhöhen den Druck auf Internet-Konzerne, stärker gegen Hass-Botschaften in sozialen Netzwerken vorzugehen. Große Firmen wie Facebook, Twitter und YouTube würden zu wenig unternehmen, um die Gewalt-Propaganda von Gruppen wie den extremistischen Islamischen Staat (IS) zu stoppen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht eines Komitees des britischen Parlaments. Die Unternehmen müssten mehr Verantwortung für die auf ihren Seiten platzierten Inhalte übernehmen und stärker mit der Polizei zusammenarbeiten.

Vorwurf

Es sei alarmierend, dass Abteilungen mit nur einigen Hundert Mitarbeitern in den Firmen Milliarden von Kunden-Accounts überwachen würden, heißt es in dem Bericht. Der Vorsitzende des Komitees, Keith Vaz, warf den Konzernen vor, Milliarden Dollar zu verdienen, aber bewusst in Kauf zu nehmen, bei der Abwehr dieser Gefahren zu versagen und sich hinter ihren multi-nationalen Status zu verstecken. Dabei würden die Internet-Seiten dieser Firmen von den Urhebern des Terrors genutzt. Nach dem Bericht spielt das Internet bei der Radikalisierung von Menschen eine herausragende Rolle.

Twitter, Google und Facebook hatten unter dem wachsenden öffentlichen Druck im Mai zugesagt, Hass-Botschaften innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Twitter teilte mit, in den vergangenen sechs Monaten seien 235.000 Accounts gesperrt worden. Auch in Deutschland fordert die Regierung Maßnahmen gegen Hassbotschaften, Rassismus und Aufrufen zur Gewalt im Internet. (Reuters, 25.8.2016)

Share if you care.