Athleten stecken in Rio fest: Kenia feuert NOC-Führung

25. August 2016, 17:04
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Medaillengewinner derzeit in Favelas untergebracht

Rio – In Kenia ist die Führung des Nationalen Olympischen Komitees (NOC-K) wegen der schwachen Performance des NOC-K bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro entlassen worden. Dies gab der Sportminister des ostafrikanischen Landes, Hassan Wario, am Donnerstag bekannt.

Dabei ging es aber gar nicht um die sportliche Ausbeute, denn mit sechsmal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze – alle in der Leichtathletik – waren es die erfolgreichsten Spiele für Kenia.

Es habe angeblich ein schlechtes Management der Athleten in Sachen Unterbringung, Anreise und ähnlicher Dinge gegeben. "Ich entlasse daher mit sofortiger Wirkung das Nationale Olympische Komitee und übertrage die Verantwortlichkeit an 'Sports Kenia' als Interims-Verwalter", sagte Wario bei einer Pressekonferenz.

Athleten noch in Rio

Wesley Korir, Kenias Teamkapitän, hatte am Donnerstag getwittert, dass der Großteil des kenianischen Teams immer noch in Rio sitzt und auf Rückflüge wartet und in einem heruntergekommenen Teil der Stadt wohnt. Wario hat eine Arbeitsgruppe einberufen, die das Fehlverhalten bis zum 30. September überprüfen soll.

Der NOK-Generalsekretär Francis Paul kündigte an, dass er das Internationale Olympische Komitee (IOC) nach dieser Entscheidung konsultieren werde. "Wir werden das IOC informieren, um diese Angelegenheit überprüfen zu lassen."

Korir ist auf die kenianische Organisation seit deren Fauxpas im Marathon nicht besonders gut zu sprechen. Er hatte das Rennen abbrechen müssen, nachdem dem Halbzeitführenden bei der 30-Kilometer-Marke das falsche Getränk gereicht wurde. Er bekam die für Stanley Biwott gedachte Flasche, seinem Teamkollegen wurde im Gegenzug Korirs Getränk in die Hand gedrückt – laut dem Teamkapitän sorgte das bei beiden für schwere Magenverstimmungen.

Auch für den Sportminister selbst hat Korir wenig Verständnis – Wario scheint den Athleten derzeit auch keine große Hilfe zu sein. (APA, red, 25.8.2016)

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