Steiermark setzt auf digitale "grüne" Technologien

25. August 2016, 14:55
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Leistungsschau von sechs in der Steiermark entwickelten Technologien in Alpbach

Eine Hologramm-Brille für die Industrie, ein puzzlespielender Zwei-Arm-Roboter oder Hightech-Fassaden zum thermischen Sanieren von Gebäuden: Mit digitaler Umwelttechnik wolle die Steiermark den Weg in eine "grüne und digital unterstützte Zukunft" weisen, erklärte Landesrat Christopher Drexler am Donnerstag am Rande der Alpbacher Technologiegespräche, wo die Steiermark eine Innovations-Schau zeigt.

Zwei-Arm-Roboter YuMi

Der von Joanneum Research (JR) entwickelte Zwei-Arm-Roboter YuMi hätte für die Leistungsschau eigentlich erstmals auch sein "Gesicht" zeigen sollen, das aber beim Transport nach Alpbach zu Bruch gegangen ist. So blieb es dem Rumpf überlassen, gegen Besucher der Leistungsschau im Puzzlebau anzutreten. Der Roboter soll künftig bei industriellen Fertigungsprozessen unterstützen und dabei mit Menschen zusammenarbeiten. "Der Mensch kann präzisere Arbeiten machen, während der Roboter schwere Tätigkeiten übernimmt", erklärte JR-Geschäftsführer Wolfgang Pribyl.

Unter strenger Geheimhaltung arbeiten derzeit sechs steirische Absolventen des Instituts für Maschinelles Sehen und Darstellen der Technischen Universität (TU) Graz an der Entwicklung der Datenbrille Hololens von Microsoft mit. Wie die Hololens, die für den Träger reale und künstliche Elemente miteinander verschmelzen lässt, funktioniert, zeigt etwa eine "holoportierte" Ansicht des in Bau befindlichen SFL Science Towers in Graz. Zudem forscht die TU Graz mit Hilfe der Technologie an der Steuerung von Drohnen.

Licht in elektrische Energie

Weiters wird bei der Ausstellung ein Energieglas von SFL Technologies gezeigt, das Licht in elektrische Energie umwandelt, ein patentiertes Fassadensystem von Winterface, mit dem Gebäude in nur wenigen Tagen thermisch saniert werden können und nur staubkorngroße Hochleistungssensoren der ams AG, deren Funktionen mit Hilfe einer Hightech-Uhr veranschaulicht werden.

Hervorgegangen sind die Innovationen unter anderem aus dem Forschungsverbund Green Tech Styria Research mit rund 1.200 Forschern, dem auch der Green Tech Cluster mit 180 beteiligten Unternehmen angehört. "54 Prozent aller wissenschaftlich-technisch tätigen Mitarbeiter in Österreich sind in der Steiermark tätig", sagte der Präsident der steirischen Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill. Die Wichtigkeit der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft betonte Landesrat Drexler, wobei er die Rolle der Politik vor allem darin sieht, "nicht im Weg zu stehen". (APA, 25.8. 2016)

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