Erneut auf Stimmenfang in Wien-Leopoldstadt: Wo es eng wird

26. August 2016, 10:50
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Wahlwiederholung am 18. September im roten Zweiten: Knappes Match von Grünen und FPÖ um Platz zwei erwartet

Wien – Märkte sind der Treffpunkt der Wahl, wenn es um eine Wahl geht, wie es scheint. Bezüglich der Bezirksvertretungswahl in der Leopoldstadt präsentierte jedenfalls die SPÖ am Vorgartenmarkt ihr Motto "Wir bringen's weiter zusammen". Ein Alkoholverbot am Hotspot Praterstern wird zumindest wohl nicht zusammengebracht: Bezirksvorsteher und Spitzenkandidat Karlheinz Hora sagte, dieses sei nicht exekutierbar und betonte, dass jeder das Recht habe, sich im öffentlichem Raum aufzuhalten, solange er keine Straftaten begehe.

Grüner Start am Karmelitermarkt

Am Karmelitermarkt begannen die Grünen am Donnerstag – rund drei Wochen vor dem Wahltag am 18. September – ihren offiziellen Wahlkampfauftakt. Das Motto: "Es wird eng." Am ersten Platz der SPÖ dürfte sich aber auch im September nichts ändern. Im Oktober 2015 lagen die Roten mit 38,6 Prozent weit vor den Grünen (22,2). Spannender wird das Match, dass sich diese mit der FPÖ liefern, denn beim ersten Wahldurchgang lagen zwischen den beiden Parteien nur 21 Stimmen. Mit ein Grund, wieso die rund 70.000 Wahlberechtigten der Leopoldstadt neu wählen müssen: Wegen Unregelmäßigkeiten und dem Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei hob der Verfassungsgerichtshof das Ergebnis der Bezirksvertretungswahl auf.

Damit die Grünen weiterhin die Bezirksvorsteher-Stellvertreterin stellen, setzen sie auf Mobilisierung. Sie befürchten, dass viele Studenten und damit viele grüne Stimmen noch in den Ferien sein werden. Spitzenkandidatin Uschi Lichtenegger will mehr Kinderbetreuungsplätze, ein attraktives Umfeld für junge Selbstständige und grünen Freiraum im Prater und Augarten einsetzen.

Bei den Blauen dominieren die Verhinderung der Verengung zentraler Verkehrsachsen und ein Alkoholverbot am Praterstern. Davon hält Lichtenegger wenig: "Das wäre nicht umsetzbar." Es brauche eher eine Neugestaltung nach dem Vorbild Karlsplatz.

FPÖ strebt Platz eins an

Die FPÖ stimmte sich bereits am Mittwochabend in einem Gasthaus im Stuwerviertel auf die Wahl ein. Dort kündigte Spitzenkandidat Wolfgang Seidl an, im Zuge des Wahlkampfs mit allen Wählern Kontakt haben zu wollen. Ebenso ambitioniert ist sein Ziel: Sollte ihm der Sprung auf den ersten Platz nicht gelingen, wird er sein Landtagsmandat behalten und nicht in die Bezirksvertretung gehen. Franz Lindenbauer wird in dem Fall das Mandat annehmen.

ÖVP und Neos starten am Freitag

ÖVP und Neos starten am Freitag in den Wahlkampf. "Lust auf mehr" heißt das Motto bei den Schwarzen. Sie kamen im Oktober 2015 nur auf 7,1 Prozent. (vag, 25.8.2016)

  • Klubobmann Dominik Nepp, Spitzenkandidat Wolfgang Seidl und FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus während des Wahlkampfauftakts der FPÖ Leopoldstadt am Mittwochabend.
    foto: apa / herbert pfarrhofer

    Klubobmann Dominik Nepp, Spitzenkandidat Wolfgang Seidl und FPÖ-Vizebürgermeister Johann Gudenus während des Wahlkampfauftakts der FPÖ Leopoldstadt am Mittwochabend.

  • Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Spitzenkandidatin Uschi Lichtenegger und Klubobmann David Ellensohn bei der Präsentation der Plakate am Donnerstagvormittag.
    foto: apa / herbert neubauer

    Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Spitzenkandidatin Uschi Lichtenegger und Klubobmann David Ellensohn bei der Präsentation der Plakate am Donnerstagvormittag.

  • Die SPÖ stellt den Bezirksvorsteher (Karlheinz Hora, links) und wirbt unter dem Motto: "Wir bringen's weiter zusammen" um Stimmen. Donnerstagnachmittag bekam er Schützenhilfe von Stadträtin Sonja Wehsely.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Die SPÖ stellt den Bezirksvorsteher (Karlheinz Hora, links) und wirbt unter dem Motto: "Wir bringen's weiter zusammen" um Stimmen. Donnerstagnachmittag bekam er Schützenhilfe von Stadträtin Sonja Wehsely.

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