VKI: Mit Eigenmarken fährt man am billigsten

25. August 2016, 13:37
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Wer ist der günstigste Supermarkt im Land? Keiner, sagt der VKI. Auf das Produkt kommt es an. Hier klaffen die Preise gewaltig auseinander

Wer hat das günstigste Obst und Gemüse? Wer die günstigste Tiefkühlpizza? Der Verein für Konsumentenschutz (VKI) hat den Test gemacht. Das Ergebnis kurz gefasst: Im Lebensmittelhandel gibt es zum Teil gewaltige Preisunterschiede für ein und dasselbe Produkt. Mit Eigenmarkten der Supermarktketten fährt man dagegen am günstigsten.

Getestet wurden die Diskonter Lidl, Penny und Hofer, sowie den Supermärkten Billa, Merkur, Spar und MPreis (vertreten vor allem in Tirol, Salzburg und Kärnten). Der VKI teilte seine Testkäufe in drei Warenkörbe: Marken-, Billig- und Bio-Produkte. Während Preise für Waren wie Milch, Schokolade, Reis oder Mehl niedrig gehalten wurden und überall gleich teuer waren, fiel das Resultat den Rest der untersuchten Waren völlig anders und konsumentenunfreundlicher aus: Bei fast einem Drittel ergaben sich Unterschiede zwischen 50 und 258 Prozent für ein und denselben Artikel.

"Billig" nicht immer günstig

Gemein daran: Es gibt nicht den einen Anbieter, der billigsten und auch nicht den, der in allen Bereichen am teuersten ist, heißt es vom VKI. So darf Hofer zwar zweifelsohne als günstigster Anbieter eingestuft werden, dennoch kostet ein Kilo Bio-Rispentomaten bei dem Diskonter 7,11 Euro, während der Preis dafür bei allen anderen im Schnitt bei 3,38 Euro lag – ein Preisunterschied von 258 Prozent. Insgesamt wurden 143 Produkte verglichen Eigenmarken,. Rabattaktionen wurden ausgespart. Erschwerend bei der Untersuchung: Nicht überall gibt es alles – Ausnahme sind dabei die Eigenmarken, weshalb sie mit 69 Produkten im Warenkorb den größten Posten ausmachten. 49 waren es bei Markenartikeln und 25 bei Bio-Ware.

MPreis ist beim Warenkorb "Billig/Eigenmarken" am teuersten, bei den Markenartikeln aber am zweitgünstigsten unter den Supermärkten, so der VKI. Beim billigen Warenkorb liegen Hofer und Penny Kopf an Kopf, Lidl ist um rund drei Prozent über den beiden Diskonter-Konkurrenten. Bei den Supermärkten liegen Merkur und Billa eng beieinander (plus 6 bzw. 7 Prozent zu Hofer und Penny), Spar und Mpreis seien laut VKI erkennbar teurer (plus 13 bzw. 16 Prozent).

Bei Angebot von Markenprodukten haben Supermärkte gegenüber der Diskonter die Nase vorn. Überraschend allerdings das Ergebnis bei Merkur. Während dieser innerhalb der Supermärkte beim Warenkorb "billig" der günstigste ist, war es bei Markenartikel genau das Gegenteil: 140 Euro kosteten die getesteten Waren, die bei der Konkurrenz im Schnitt um 127 Euro zu haben waren. Bei den Diskontern, die in dieser Warengruppe nur über ein eingeschränkten Angebot verfügen, waren alle bei Penny erhältlichen Produkte um 14 Euro billiger als die gleichen bei Merkur und um sechs Euro billiger als im Schnitt aller Supermärkte. Hofer und Lidl lagen mit ihren wenigen Artikeln im Korb etwa im Schnitt der Supermärkte.

Beim Bio-Wagerl liegen Billa und Spar mit 68 Euro gleichauf, bei MPreis kostete es 70 und bei Merkur 74 Euro. Vergleicht man die Bio-Artikel, die es auch beim Diskonter gibt, so fährt man bei Lidl um neun Euro sowie bei Hofer um Penny um acht Euro günstiger als in den Supermärkten. (red, 25.8.2016)

  • Eigenmarken zahlen sich aus.
    foto: apa/julian stratenschulte

    Eigenmarken zahlen sich aus.

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