Nur 27 Prozent trauen Strache Kanzlerschaft zu

25. August 2016, 12:49
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Die Zusammenarbeit von Kanzler und Vizekanzler wird von jedem zweiten Wahlberechtigten gelobt, an eine Ablöse durch Strache glauben wenige

Linz – Die österreichischen Wahlberechtigten neigen zwar seit Monaten mit relativer Mehrheit – laut aktueller Hochrechung von Market: 34 Prozent – der FPÖ zu; an einen großen Wahlsieg der Freiheitlichen und an eine Kanzlerschaft Straches glauben dennoch nur 27 Prozent. Market fragte: "Wenn es möglicherweise 2017 Neuwahlen zum Nationalrat geben wird: Glauben Sie, dass Kern im Amt bleiben wird oder dass es einen Bundeskanzler Strache geben wird, also dass die FPÖ einen beeindruckenden Wahlsieg feiern wird?"

Straches Rückhalt in Ostösterreich

Darauf sagten 36 Prozent, dass sie an einen Verbleib von Kern auf dem Ballhausplatz glauben – nur 27 Prozent erwarten, dass sich Strache mit seinem Kanzlerwunsch durchsetzt. Auffallend ist, dass Strache von den Wahlberechtigten in Ostösterreich deutlich eher die Übernahme der Kanzlerschaft zugetraut wird als von Befragten im Westen.

Und: 37 Prozent können sich weder eine weitere Kanzlerschaft Kerns noch einen Machtwechsel zu Strache vorstellen. Market-Chef Werner Beutelmeyer: "In diese Kategorie fallen etwa jene, die sich baldige Neuwahlen nicht vorstellen können, aber auch jene, die einen schwarzen Kanzler, also etwa Reinhold Mitterlehner für realistisch halten."

Jeder Zweite sieht Kern-Mitterlehner als gutes Team

Apropos Mitterlehner: In derselben Umfrage (durchgeführt in der Vorwoche, n=405) sagt genau die Hälfte der Befragten, dass die Zusammenarbeit zwischen Kanzler Kern und Vizekanzler Mitterlehner gut funktioniere. Angesichts der statistischen Schwankungsbreite (+/- 4,97 Prozent) kann man also nicht sagen, ob eine Mehrheit glaubt, dass die Koalition funktioniere oder nicht – aber die oft geäußerte Einschätzung, dass ohnehin alle glauben, die Koalition sei total zerstritten, stimmt eben auch nicht.

Zudem zeigt sich, dass jüngere, höher gebildete und wiederum die in Westösterreich beheimateten Gruppen von Befragten, die Koalition für handlungsfähiger ansehen als oft dargestellt.

Frauen hoffen auf Reformen

Zur Handlungsfähigkeit fragte Market auch: "Erwarten Sie, dass Kern bei nötigen Reformen und Entbürokratisierungen in Österreich etwas weiterbringen wird, oder glauben Sie, dass er eher wenig weiterbringen wird?" Auch hier ist etwa die Hälfte der Befragten (48 Prozent der Meinung), dass es zu Reformen kommen wird – besonders Frauen und ältere Befragte trauen Kern in diesem Punkt etwas zu. (Conrad Seidl, 25.8.2016)

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