Epilepsie: Frankreich will Depakine-Opfer entschädigen

25. August 2016, 12:12
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Bis Ende 2016 soll das französiche Parlament über eine Entschädigung entscheiden

Paris – Die französische Regierung will Opfer eines umstrittenen Epilepsie-Medikaments entschädigen. "Das ist ein erster Sieg", sagte die Opfer-Vertreterin Marine Martin am Mittwoch in Paris nach der Vorstellung einer Studie über die Gefahren des Medikaments "Depakine" für Schwangere. Bis Ende 2016 soll das Parlament über eine Entschädigung entscheiden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

2015 wurde in Frankreich eine Klage gegen den Hersteller des Medikaments Sanofi eingereicht. Die EU reagierte auf die anhaltende Kritik, seit dem 1. Januar 2016 darf Depakine nicht mehr an Frauen im gebärfähigen Alter verschrieben werden, ausgenommen es existiert kein anderes wirksames Mittel.

Autismus, geistige und körperliche Schäden

Depakine hilft Epileptikern bei Krämpfen, kann bei Neugeborenen aber zu Schäden führen, die vor allem durch die Substanz Natriumvalproat hervorgerufen werden dürften. Nach dem Bericht der Gesundheitsbehörden nahmen zwischen 2007 und 2014 rund 15.000 Frauen das Medikament während der Schwangerschaft ein. Unklar blieb allerdings, für wie viele Kinder das Medikament tatsächlich gesundheitliche Folgen hatte.

Das Arzneimittel wird in Frankreich seit 1967 verkauft. Es kann bei Neugeborenen zu Geburtsschäden, zu einem erhöhten Risiko für Autismus, geistige oder körperliche Behinderung führen. Verwendet wird das Mittel neben Epilepsie auch gegen bipolare Störungen. (red, APA, dpa, 25.8.2016)

  • Die Opfer-Vertreterin Marine Martin spricht von einem "ersten Sieg."
    foto: apa/afp/bertrand guay

    Die Opfer-Vertreterin Marine Martin spricht von einem "ersten Sieg."

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