"Roter Kaplan" Franz Sieder geht in Pension

25. August 2016, 11:49
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Arbeiterpriester Franz Sieder auch bei Pax Christi Österreich engagiert

St. Pölten – "Ein Leben für die Verkündung des Evangeliums in der Arbeitswelt": So beschrieb die Diözese St. Pölten das Wirken von Franz Sieder. Der im Mostviertel als "roter Kaplan" bekannte Arbeiterpriester wurde nach 40 Jahren Einsatz als Betriebsseelsorger mit einem Festakt in Gaming in den Ruhestand verabschiedet.

Der 77-Jährige war u.a. maßgeblich am Aufbau von Pax Christi Österreich beteiligt. Der Theologe, 1938 in Obergrafendorf geboren, setzte sich laut der Aussendung für die Anliegen der Arbeiterschaft ein und arbeitete selbst in Betrieben mit. Seit 20 Jahren ist er im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialismus (ACUS), war jahrelang auch Krankenhausseelsorger und engagiert sich bei der Katholischen Arbeiterbewegung Niederösterreich. Einige der Predigten und Reden Sieders zu sozialer Gerechtigkeit aus der Sicht des christlichen Glaubens sind in den zwei Büchern "Gegen den Strom" gesammelt.

Der Priester, den der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried bei der Feier als "Anwalt für die Würde eines jeden Menschen" würdigte, wurde in der Aussendung aber auch als "Unikat" bezeichnet. "Markenzeichen" war seine rote Vespa, am Bahnhof in Amstetten brachte er handgeschriebene Plakate mit sozialkritischen Botschaften an. Friede sei ihm ein zentrales Bedürfnis, dies predigt er etwa bei den jährlichen Friedensgottesdiensten im Wiener Stephansdom. (APA, 25.8.2016)

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