Gegen den Trend zum "Trend" vereint: Die Printverkäufe

24. August 2016, 17:54
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Österreichs Zeitungs- und Magazinauflagen im ersten Halbjahr: mehr E-Paper, meist weniger Gedrucktes

Wien – Aus zwei mach eins – und was ergibt diese Rechnung bei der Verlagsgruppe News? Die Mittwoch veröffentlichte Auflagenkontrolle ÖAK über das erste Halbjahr 2016 liefert Antworten zum fusionierten Wirtschaftsmagazin, einen ersten Trend: Eins und eins ist nicht ganz zwei.

Seit Jahresbeginn 2016 erscheint das Wirtschaftsmagazin Trend wöchentlich mit einer Schwerpunktausgabe pro Monat, Format ist als Titel verschwunden. Vergleicht man den Trend 2016 mit dem Trend 2015, hat er seine verkaufte Auflage von 31.495 auf 45.920 Stück um grob die Hälfte gesteigert, die Abos um rund 70 Prozent. Auch das wöchentliche Format 2015 lässt der Trend 2016 weit hinter sich: Format hatte vor einem Jahr 13.604 Abos und 25.433 verkaufte Hefte.

Mit der Summe beider Ursprungstitel kann man nur bedingt vergleichen: Doppelleser sind bei zwei österreichischen Wirtschaftstiteln zu erwarten. Die Abos des neuen Trend liegen aber nicht weit von der Summe seiner Teile – 27.569 sind es, die Addition 2015 ergibt 29.315. Die Verkaufsauflage bleibt 2016 mit 45.920 ein Stück weiter unter der Summe von 2015 von 56.928.

Neu sind 6070 E-Paper-Abos für den Trend 2016, die Vorgänger wiesen keine aus.

Die voll bezahlte Aboauflage des Trend 2016 (80 bis 100 Prozent des Listenpreises) liegt mit 8985 Stück über der von Format 2015 (6124), aber unter jener des monatlichen Trend 2015 (10.027).

Bei den Abos für 51 bis 79 Prozent des offiziellen Preises liegt der neue Trend mit 10.623 sogar knapp über der Summe von Trend und Format 2015 (10.528).

Das erste große Reformprojekt des Neo-Eigentümers Horst Pirker bei Österreichs marktbeherrschender Magazingruppe war das namensgebende News. Die Verkaufsauflage der Wochenillustrierten kehrte nach einem Plus im zweiten Halbjahr 2015 wieder zurück zum Wert im ersten Halbjahr 2015. Die Abos legten insgesamt zu, die Vollzahlerabos aber gingen deutlich zurück.

Große geben ab

Der auflagenstärkste News-TitelTV-Media verkaufte im ersten Halbjahr ein gutes Stück weniger und hält nun bei weiter ansehnlichen 176.091. Profil ging leicht zurück auf 67.072.

Größtes Kaufmagazin bleibt die Ganze Woche mit (ebenfalls gesunkenen) 306.117 Exemplaren. Servus in Stadt und Land aus dem Hause Red Bull ist größter monatlicher Kauftitel mit leicht rückläufigen 113.115 verkauften Heften.

Das Styria-Frauenmagazin Wienerin verkaufte im ersten Halbjahr 2016 merklich weniger. Heute, Donnerstag, startet die Zeitschrift eine Werbekampagne und ein Wien-Spezial.

Abo-Tausch

Rückläufige Verkaufszahlen und steigende E-Paper-Abos prägen das Bild bei den Tageszeitungen. der STANDARD hält nun bei 62.470 verkauften Exemplaren im Wochenschnitt, davon 53.370 Abos. Die E-Paper-Abos stiegen um 487 auf 3456 Stück.

Gegen den Printtrend steigerten sich Kleine Zeitung und Tiroler Tageszeitung. Beide (neben E-Paper-Abos) tauschten Vollzahler- und hochpreisige Abos gegen mehr der günstigsten Abos bis zu einem Drittel des Listenpreises.

Die prozentuell größten Rückgänge weist die ÖAK dem Wirtschaftsblatt aus. Die Styria plant, den Titel am 2. September einzustellen, wenn Verhandlungen mit Interessenten nicht noch glücken.

Österreich sorgt für eine kleine Überraschung in der ÖAK-Rubrik Gratiszeitungen: Nein, nicht mit wieder mehr verbreiteten Exemplaren, während Gratismarktführer Heute weniger Hefte unters Volk bringt. Die voll zahlenden Österreich-Abonnenten haben sich vervierfacht (auf 6.583) und die Abos mit zumindest dem halben Preis verdoppelt. Im Verlag führt man das auf täglich beigelegte Magazine zurück. (fid, 24.8.2016)

  • Aus zwei News-Wirtschaftsmagazinen wurde eins. Doch eins und eins ergibt nicht zwei, sagen erste Auflagendaten.
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    Aus zwei News-Wirtschaftsmagazinen wurde eins. Doch eins und eins ergibt nicht zwei, sagen erste Auflagendaten.

  • ÖAK-Auflagenliste für das 1. Halbjahr 2016.

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