Lenzing kooperiert mit Zara-Mutter Inditex

24. August 2016, 16:57
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Oberösterreicher sollen künftig Rohmaterial liefern

Wien – Lenzing, Hersteller von Fasern aus Zellulose, hat mit Inditex eine Kooperation vereinbart. Für den spanischen Mutterkonzern von Marken wie Zara, Pull & Bear und Massimo Dutti liefert Lenzing Rohmaterial für Bekleidungsstücke, dessen Herkunft rückverfolgbar und dessen CO2-Fußabdruck sehr klein ist. "Inditex sind die Ersten, wir sprechen aber auch mit anderen", sagte Lenzing-Chef Stefan Doboczky bei der Präsentation der Halbjahreszahlen.

Zum Einsatz kommt eine von den Lenzing-Ingenieuren entwickelte Technologie. Baumwollreststoffe werden in Zellstoff rückverwandelt, der wiederum über diverse Zwischenschritte zur Spezialfaser Tencel veredelt wird. Durch genaue Dokumentation haben Kunden im Geschäft dann Gewissheit, dass sie wirklich ein Kleidungsstück mit geringer CO2-Belastung kaufen. Doboczky ließ anklingen, dass der recycelte Einsatzstoff auch preislich einen Vorteil gegenüber herkömmlich gewonnenem Zellstoff aus Holz habe.

Die neue Technologie kommt zunächst nur im burgenländischen Heiligenkreuz zum Einsatz. Dort und am Stammsitz in Lenzing (OÖ) soll die Produktionskapazität für Spezialfasern bis zum 2. Quartal 2018 um 35.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden. Kostenpunkt: 100 Millionen Euro.

Ein höherer Anteil an Spezialfasern (50,5 nach 42,4 Prozent Ende 2015) und gestiegene Verkaufspreise haben Lenzing im Halbjahr 2016 zu einem Umsatz- und Ertragssprung verholfen. Bei einem um 8,3 Prozent auf 1,03 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz hat sich das Betriebsergebnis (Ebit) auf 129,7 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr rechnet Doboczky mit einem "ausgezeichneten Ergebnis". (stro, 25.8.2016)

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