"Notorische Nörgler" verschlechtern Image von Berufen

25. August 2016, 05:30
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Angesehene Berufe werden in Deutschland unbeliebter. Grund dafür könnten AfD-Anhänger sein, Medien würden eine Mitschuld tragen, heißt es in einer Bürgerbefragung

Die Beliebtheitsskala der Berufe führen seit Jahren Feuerwehrleute, Krankenpfleger und Ärzte an – dieses Image hat in Deutschland nun aber ein paar Kratzer bekommen. Das ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung zum öffentlichen Dienst, durchgeführt von den Meinungsforschern von Forsa im Auftrag des Beamtenbundes. Zu bewerten galt es das Ansehen von 32 Berufsgruppen.

Die wichtigsten Ergebnisse für den Bundesvorsitzenden des Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt: "Die Bürger vertrauen dem öffentlichen Dienst und seinen Beschäftigten, zudem sind 72 Prozent der Befragten überzeugt, dass nur ein starker Staat sie wirksam vor negativen Auswirkungen der Globalisierung schützen kann."

Fast nur Absteiger

Die Beliebtheit von Berufsgruppen wird bereits seit 2007 jährlich gemessen. Wie auch in den vergangenen Jahren stehen Feuerwehrleute, Ärzte, sowie die Kranken- und Altenpfleger ganz oben auf dieser Skala. Aber dennoch: All diese Gruppen haben im Vergleich zum Vorjahr an Ansehen eingebüßt, zwischen zwei und drei Prozent. Allgemein zeigt sich, dass mit Ausnahme der Piloten und Lokführer sowie der Soldaten alle Berufe nicht mehr so hohe Vertrauenswerte wie im letzten Jahr erhielten.

In der Conclusio des Berichts finden sich Erkläransätze für das Absinken der Vertrauenswerte: Anhänger der AfD würden viele Berufsgruppen besonders skeptisch bewerten, sie werden sie als "notorische Nörgler" bezeichnet. Weil sich Medien verstärkt mit "Randgruppen wie 'Pegida' oder der AfD" auseinandersetzen würden, entstehe ein genereller Unmut bei den Bürgerinnen und Bürgern. Die Mehrheit fühle sich kaum noch in der öffentlichen Debatte vertreten.

"Notorische Nörgler"

Tatsächlich ist das Vertrauen von AfD-Wählern in viele Berufsgruppen unterdurchschnittlich, die "Süddeutsche Zeitung" liefert die Zahlen dazu, ebenfalls aus der Befragung des Beamtenbundes: Demnach vertrauen 87 Prozent der Bürger Kranken- und Altenpflegern – unter AfD-Anhängern sind es 84 Prozent. 70 Prozent schätzen Professoren – aber unter AfD-Anhängern sind es nur 59 Prozent. Enorm ist der Unterschied vor allem bei zwei Berufsgruppen: Während Journalisten von 44 Prozent aller Bürger hoch angesehen werden, trifft dies nur für 15 Prozent der AfD-Anhänger zu. Bei Politikern liegen die Werte bei 24 und 11 Prozent. (lhag, 25.8.2016)

  • Im Vergleich zum Vorjahr konnte bei der Bürgerbefragung zum öffentlichen Dienst in Deutschland nur Piloten, Soldaten und Lokführer ihr Image leicht verbessern. Auch das Image der sonst so angesehenen Feuerwehrleute oder der Ärzte sank.
    foto: istock

    Im Vergleich zum Vorjahr konnte bei der Bürgerbefragung zum öffentlichen Dienst in Deutschland nur Piloten, Soldaten und Lokführer ihr Image leicht verbessern. Auch das Image der sonst so angesehenen Feuerwehrleute oder der Ärzte sank.

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