Deutsche Bank arbeitet mit anderen Großbanken an Cyberwährung

24. August 2016, 13:46
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Gemeinsam mit UBS Santander und BNY Mellon soll eine digitale Währung aufgebaut werden

Zürich/Frankfurt – Die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank bündeln ihre Kräfte bei der Entwicklung einer neuen Cyberwährung. Sie soll Transaktionen zwischen Banken vereinfachen und günstiger machen. Neben den Platzhirschen aus Deutschland und der Schweiz sind auch das spanische Institut Santander, die US-Bank BNY Mellon und der Broker ICAP an Bord, teilte die UBS am Mittwoch mit. Das System könnte in Absprache mit Zentralbanken und Regulierern bereits in zwei Jahren auf den Markt kommen.

Die neue Verschlüsselungstechnologie Blockchain ist in der Finanzindustrie derzeit in aller Munde. Aktien- und Anleihengeschäfte könnten damit direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden – schneller und für die Institute günstiger als bisher. Die Technologie wird unter anderem von der Cyberwährung Bitcoin genutzt, die allerdings mit Betrugsfällen für Schlagzeilen gesorgt hat und deshalb kritisch gesehen wird. Verschiedene Banken arbeiten daher an der Entwicklung eigener Cyberwährungen. Die von der UBS entwickelte Währung heißt "Utility Settlement Coin". Um Betrug zu verhindern und keine Parallelwährung zu schaffen, soll für die Transaktionen Bargeld bei den Zentralbanken hinterlegt werden.

Schon heute seien bei der Abwicklung von Transaktionen viele Institute aktiv, begründete Deutsche-Bank-Manager Paul Maley die Kooperation. "Es ist entscheidend, dass wir mit unseren Fachkollegen zusammenarbeiten, um praktikable Alternativen zu den bestehenden Modellen zu entwickeln."

UBS-Chef Sergio Ermotti hatte kürzlich eine Diskussion über eine engere Kooperation von Banken gefordert – etwa in der IT und bei der gemeinsamen Nutzung von Immobilien. "Ich bin zuversichtlich, dass wir – wie andere Branchen auch – enger zusammenrücken werden, um Größenvorteile zu heben." (Reuters, 24.8.2016)

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