FPÖ präsentiert Hofer-Plakate ohne Norbert Hofer

24. August 2016, 12:56
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Blauer Präsidentschaftskandidat wirbt nun mit altem Slogan von Thomas Klestil

Der blaue Vorhang fällt. "Die Präsentation der Plakate ist wie der Gong zur ersten Runde", sagt FPÖ-Chefstratege Herbert Kickl. Hinter ihm ist nun das große, neue Plakatsujet für die eigentlich dritte Runde des Präsidentschaftswahlkampfes zu sehen: Kandidat Norbert Hofer grinst bestimmt neben dem Slogan "Österreich braucht Sicherheit".

Zu Kickls Linken wird ein zweites Plakat mit ähnlichem Foto, doch anderem Spruch von einem Ständer gerollt: "Macht braucht Kontrolle" ist darauf zu lesen – mit diesen Worten hatte einst schon Thomas Klestil um Wähler geworben. Im Jahr 1992. Ob die FPÖ so ÖVP-Wähler ansprechen wolle, möchte ein Journalist wissen. Nein, sagt Kickl, es habe sich seit damals nur nicht viel geändert. Hofer sehe sich als "notwendiges Gegengewicht zum Machtkartell".

"Ist sich nicht ausgegangen"

Die neue Plakatserie habe zwei Hauptbotschaften, führt der blaue Wahlkampfleiter aus: Mit den Sujets würde sich Hofer "substanziell" vom Mitbewerber unterscheiden und "auf beide Slogans lassen sich unsere gesamten Inhalte herunterbrechen".

So weit, so erwartbar. Bloß: Wo ist eigentlich Norbert Hofer? Der Präsidentschaftskandidat hatte die vergangenen Tage damit verbracht, Slowenien und Kroatien zu bereisen. "Er ist erst heute zurückgekommen, das ist sich einfach nicht ausgegangen", erklärt Kickl.

"Letzter Willkommensklatscher"

Den Wählern von Alexander Van der Bellen richtet er noch aus, dass nun doch endlich einige Politiker ihre Meinung zum Besseren geändert hätten – womit er wohl auf den Rechtsruck der Bundesregierung anspielt: "Jetzt werden wir nicht den letzten Vertreter der Willkommensklatscher als Staatsoberhaupt installieren."

Die blaue Plakatdichte solle die gleiche sein wie vor der ersten Stichwahl. Das bedeute: 1716 "Fixflächen", rund 600 mobile Plakatständer und in etwa 25.000 Kleinplakate. Insgesamt seien für den Wahlkampf circa zwei Millionen Euro vorgesehen, "dabei wird es auch bleiben", sagt Kickl. (Katharina Mittelstaedt, 24.8.2016)

  • Herbert Kickl präsentiert Norbert Hofers neue Sujets.
    foto: reuters

    Herbert Kickl präsentiert Norbert Hofers neue Sujets.

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