Universal will Exklusivdeals mit Apple Music und Co verbieten

24. August 2016, 10:31
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Der Chef der Universal Music Group hat Labels angewiesen, Musik auf allen Plattformen zu veröffentlichen

Alben exklusiv als einzige Plattform anbieten zu können, ist für Streaming-Dienste wie Apple Music oder Tidal mittlerweile zu einer der wichtigsten Geschäftspraktiken geworden. Damit sollen Nutzer gedrängt werden, den Dienst zu abonnieren. Tidal hatte etwa exklusives Anrecht auf das neue Album von Rapper Kanye West, während Apple Music momentan etwa mit Frank Oceans "Blonde" für Furore sorgen will. Jetzt hat der Chef der Universal Music Group offenbar ein "Verbot" derartiger Deals eingeleitet. Lucian Grainge soll alle zur UMG gehörenden Labels angewiesen haben, Musik künftig auf allen Plattformen verfügbar zu machen.

Geld für Exklusivdeals

UMG ist momentan der wichtigste Musikkonzern, seine Labels vertreiben etwa alle fünf Künstler, deren Alben heuer für den Grammy nominiert waren. Dazu gehören etwa Kendrick Lamar oder Taylor Swift. Der Guardian bezeichnet UMG-Chef Grainge daher als "mächtigsten Entscheidungsträger in der Musikbranche". Doch Apple und Tidal locken mit Geld, um Exklusivverträge abschließen zu können. Kritiker wie der Musikexperte Bob Lefsetz, der in seinem Newsletter über die UMG-Pläne berichtete, denken allerdings, dass die Strategie der Streaming-Dienste Nutzer abschreckt.

Branchenkenner fordert Untersuchung

"In Wahrheit interessiert das neue Frank Ocean-Album die meisten Menschen nicht. Wir haben eine Musikindustrie, die Produkte für Randgruppen aufbauscht und sie dann einer Vielzahl an Nutzer verwehrt", schreibt Lefsetz. Er fordert, dass Apple wegen seiner "Verschwörung mit der Industrie", Content hinter Paywalls zu bekommen, von den US-Behörden untersucht wird. Tatsächlich könnten Exklusivverträge vor allem zu einem Anstieg an Piraterie führen. Das war sowohl bei Kanye Wests "The Life of Pablo" als auch bei Beyonces "Lemonade" zu beobachten. (fsc, 24.8.2016)

  • Exklusivverträge, wie etwa bei Kanye Wests neuestem Album, ärgern Fans auch, wenn der Titel dann später doch bei allen Plattformen verfügbar ist
    foto: reuters/munoz

    Exklusivverträge, wie etwa bei Kanye Wests neuestem Album, ärgern Fans auch, wenn der Titel dann später doch bei allen Plattformen verfügbar ist

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