Nordkorea feuert Rakete von U-Boot aus ab

24. August 2016, 08:27
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Japan empört über Waffentest, ungewöhnlich harte Kritik auch aus China

Pjöngjang/Seoul – Nach dem Beginn eines Militärmanövers der USA mit Südkorea hat Nordkorea nach südkoreanischen Angaben eine ballistische Testrakete von einem U-Boot aus in Richtung Japan abgefeuert. Nach dem Start vor der Ostküste Nordkoreas sei die Rakete etwa 500 Kilometer geflogen und ins Japanische Meer (Ostmeer) gestürzt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Mittwoch mit. Dem wegen seines Atom- und Raketenprogramms isolierten Land ist der Test ballistischer Raketentechnik durch UN-Resolutionen untersagt.

Peking kritisierte den Raketenabschuss seines Verbündeten mit ungewöhnlich harten Worten: "China lehnt Nordkoreas Nuklear- und Raketenprogramm ab und ist gegen jedes Verhalten, das Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hervorruft", sagte Außenminister Wang Yi am Mittwoch nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Südkorea und Japan in Tokio.

"Große Bedrohung"

Japan reagierte empört. Nach Angaben von Ministerpräsident Shinzo Abe erreichte eine nordkoreanische Rakete zum ersten Mal ein Seegebiet innerhalb der japanischen Luftraumüberwachungszone. Solche Luftverteidigungsgebiete decken sich nicht mit dem Luftraum eines Landes.

Der Raketenstart sei "eine große Bedrohung für die nationale Sicherheit" und eine "unerhörte Aktion", sagte Abe vor Journalisten. Japan habe bei Nordkorea Protest eingelegt. Bereits im August hatte der Flug einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete bis in die Nähe der japanischen Küste heftige Kritik in Tokio und im Westen ausgelöst.

Protest gegen Manöver

Der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte vermutete, dass Nordkorea den Zeitpunkt des Raketentests gewählt habe, um damit auch gegen die laufenden amerikanisch-südkoreanischen Manöver zu protestieren. Mit dem Test verletze Nordkorea klar bestehende UN-Resolutionen.

Nordkorea hatte zu Beginn des alljährlichen Manövers in Südkorea am Montag mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Es unterstellt den USA und Südkore, mit ihren Manövern einen Angriff vorzubereiten, was beide aber bestreiten.

Schwerer zu entdecken

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrere Raketen getestet, darunter auch Mittelstrecken- und U-Boot-Raketen. Ziel des Regimes ist, Raketen zu entwickeln, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea mit jedem neuen Test einer U-Boot-gestützten ballistischen Rakete (SLBM) Fortschritte erzielt. Raketen, die von einem U-Boot aus abgefeuert werden, sind schwerer als von landgestützten Abschussrampen aus zu entdecken.

Nach einem neuen nordkoreanischen Atomtest im Jänner – dem vierten des Landes – und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete im Februar ist die Lage in der Region sehr gespannt. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen verschärft. (APA, 24.8.2016)

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