Archäologen entdecken in Bulgarien mykenisches Gefäß

24. August 2016, 09:00
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Seltene Keramik weist auf überregionale Handelsbeziehungen im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hin

Archäologen haben in Südwestbulgarien in den Überresten einer Siedlung aus der späten Bronzezeit eine überraschende Entdeckung gemacht: Das deutsch-bulgarische Forscherteam legte ein fast vollständiges mykenisches Gefäß frei. "Mykenische Keramik ist bislang nur sehr selten in Bulgarien entdeckt worden", erklärt Grabungsleiter Philipp Stockhammer von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Region wurde bislang in der Archäologie für die bronzezeitlichen Handelsbeziehungen eher als Peripherie angesehen.

Die stark befestigte Siedlung von Bresto aus dem 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, die in der heutigen bulgarischen Gemeinde Banya liegt, wurde am Schnittpunkt der Gebirge Rila, Pirin und Rhodopen errichtet. Sie liegt auf einem Südhang in der Schleife eines Flusses. Die massive Befestigungsmauer ist bislang in Größe und Architektur einzigartig in Westbulgarien und Nordgriechenland. Die regional nächste Parallele für eine entsprechende Mauer findet sich den Archäologen zufolge in Troja.

Mauern wie in Troja

"Es ist spannend, dass es in Südwestbulgarien eine Siedlung gibt, deren Befestigung vom Aussehen an Troja erinnert, und sich dort auch mykenische Keramik findet", sagt Stockhammer, der Experte für die Handelsbeziehungen im Ostmittelmeerraum der Bronzezeit ist. Die Funde werfen ein Licht auf die überregionalen Beziehungen, in die die Menschen der damaligen Siedlung eingebunden waren. "Die bisherigen Ausgrabungen und Funde lassen vermuten, dass es Kontakte nach Süden in die Ägäis und Richtung Troja gab", sagt Stockhammer.

Die auffallend große Architektur von Bresto lässt zudem vermuten, dass die Siedlung über vergleichsweise großem Reichtum verfügte. "Es gibt keine ähnlich große Siedlung in der Region", sagt Stockhammer. (red, 24.8.2016)

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