Salzburg will endlich in die Champions League

23. August 2016, 15:21
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Trainer Garcia warnt nach dem 1:1 im Hinspiel vor Dinamo Zagreb: "Sie sind auswärts noch gefährlicher als zu Hause" – Kapitän Soriano droht mit Muskelverletzung auszufallen

Salzburg – Auf Red Bull Salzburg wartet am Mittwoch (20.45 Uhr, live ORF 1, Livebericht auf derStandard.at) das wichtigste Spiel des Jahres. Erstmals haben es die Bullen im eigenen Stadion in der Hand, in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Die Ausgangsposition ist nach einem 1:1 im Hinspiel bei Dinamo Zagreb gut. Allerdings droht Jonatan Soriano mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel auszufallen.

"Er ist in einer guten Form, aber er ist verletzt", sagte Trainer Oscar Garcia am Dienstag. "Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nicht, ob er spielen kann." Soriano sei ohne Zweifel ein wichtiger Spieler. "Wir hätten ihn lieber dabei, als dass wir ihn nicht dabei hätten. Aber das ist etwas, das wir nicht kontrollieren können."

Im Zweifelsfall soll auch ohne den Kapitän, der in 187 Pflichtspielen für Salzburg bisher 164 Tore erzielte, der Aufstieg gelingen. Achtmal sind die Salzburger in der Red-Bull-Ära (seit 2005) bisher daran gescheitert. Der Vorgängerklub SV Austria Salzburg schaffte es 1994. Als bisher letzter ÖFB-Vertreter spielte die Wiener Austria 2013 in der Champions League – nachdem sie sich im Playoff gegen Zagreb durchgesetzt hatte (2:0 auswärts, 2:3 im Heimspiel).

Salzburg seit 23 Heimspielen ungeschlagen

Die Bullen bauen auf ihre Heimstärke. 23 Pflichtspiele sind sie zu Hause bereits ungeschlagen. In der Europacup-Qualifikation haben sie gar seit 2010 im eigenen Stadion nicht verloren, zehn Siegen stehen zwei Remis gegenüber. Ein torloses Unentschieden würde bereits reichen. "Man kann ein Spiel nicht auf 0:0 planen", betont Garcia. "Wir wollen gewinnen, aber in 90 Minuten können unkontrollierbare Dinge passieren."

Er warnt vor allem vor der Konterstärke der Kroaten: "Es ist eine Mannschaft, die auswärts noch gefährlicher ist als zu Hause." Dinamo verfüge über zehn bis zwölf hervorragende Offensivspieler. "Sie sind eine starke Mannschaft als Kollektiv, haben aber auch einzelne Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Wir müssen konzentriert ins Spiel gehen und uns dieser Gefahr bewusst sein."

Gulbrandsen als Soriano-Ersatz?

Selbst wenn Soriano ausfallen sollte, wollen die Bullen selbstbewusst auftreten. "Wir sind froh, diese Chancen zu haben. Wir haben elf Spieler, die alles geben werden", versicherte Oscar. Seine Startformation hat er bereits im Kopf. Sorianos erster Ersatzmann dürfte der Norweger Fredrik Gulbrandsen sein. Allerdings nannte der Coach auch den israelischen Millionenmann Munas Dabbur und den Südkoreaner Hwang Hee-chan als Alternativen.

Unter Oscar hat Salzburg zu Hause noch nicht verloren. "Wir haben in der vergangenen Saison damit begonnen, diese Siegermentalität zu kreieren", meinte der 43-jährige frühere Barcelona-Spieler, der es erstmals als Trainer in die Königsklasse schaffen könnte. "Ich habe die gleiche Sehnsucht, die auch der Verein verspürt. Wir wissen, dass es für Klubmannschaften nichts Höheres gibt als die Champions League."

Pivaric: "Glaube, dass wir besser sind"

Dinamo war bisher sechsmal in der Königsklasse vertreten, darunter in der Vorsaison und dreimal in den vergangenen fünf Jahren. 21 Pflichtspiele in Folge ist das Team von Trainer Zlatko Kranjcar ungeschlagen. "Wir haben im Hinspiel gesehen, dass wir ebenbürtig waren. Ich glaube, dass wir besser sind, und das werden wir beweisen", versprach Zagrebs von einer Verletzung genesener Linksverteidiger Josip Pivaric.

Sein Salzburg-Pendant Andreas Ulmer war bereits bei sechs vergeblichen Anläufen auf die Champions League dabei. "Man kann auch sagen, dass wir bei den vorigen Malen bereit gewesen sind. Aber es hat noch das gewisse Etwas gefehlt", meinte der 30-Jährige. Seit 2014, als man in Malmö als Favorit eine Führung aus dem Hinspiel verspielt hatte, habe sich die Mannschaft personell verändert. "Und wir älteren Spieler haben an Erfahrung gewonnen."

20.000 Zuschauer erwartet

Unter Oscar verzichten die Salzburger auf bedingungslose Offensive. "Wir haben uns defensiv stabilisiert und sind schwer zu knacken", sagte Ulmer. Das wird auch gegen Dinamo notwendig sein, hat der kroatische Meister doch in allen elf bisherigen Saisonspielen zumindest ein Tor erzielt. Ulmer: "Sie sind sehr gefährlich, das wird ein sehr knappes Spiel." Bis Dienstag waren 17.000 Tickets verkauft. Zumindest 20.000 Zuschauer werden erwartet. (APA, 23.8.2016)

Champions League, Playoff-Rückspiel, Mittwoch

Red Bull Salzburg – Dinamo Zagreb
20.45 Uhr, live ORF 1, Stadion Salzburg, SR Craig Thomson (SCO)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Walke – Schwegler, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer – Laimer, Bernardo – Wanderson, Berisha, Lazaro – Gulbrandsen

Ersatz: Stankovic – Lainer, Stangl, Upamecano, Samassekou, Schlager, Minamino, Hwang, Dabbur

Es fehlen: Miranda (Knöchelverletzung), Rzatkowski (Oberschenkelverletzung), Prevljak (Knieverletzung)

Fraglich: Soriano (Muskelverletzung im Oberschenkel)

Zagreb: Eduardo – Stojanovic, Sigali, Benkovic, Pivaric – Antolic, Machado – Soudani, Rog, Coric – Fernandes

Ersatz: Semper – Soldo, Pavicic, Knezevic, Jonas, Gojak, Henriquez, Hodzic

Fraglich: Schildenfeld, Matel (beide angeschlagen)

Hinspiel 1:1, Aufsteiger in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am Donnerstag, 18 Uhr in Monaco), Verlierer in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am Freitag, 13 Uhr in Monaco)

  • Salzburgs Verteidiger Martin Hinteregger muss nur die Augen auf den Ball konzentrieren.
    foto: apa/neubauer

    Salzburgs Verteidiger Martin Hinteregger muss nur die Augen auf den Ball konzentrieren.

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