Betrug und Diebstahl: Massive Vorwürfe gegen Oculus-Rift-Hersteller

23. August 2016, 14:53
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Hersteller Zenimax erhebt Anspruch auf die Technologie der VR-Brille Rift

Der Rechtsstreit zwischen dem Medienkonzern Zenimax und Virtual-Reality-Spezialist Oculus spitzt sich zu. Nachdem Zenimax bereits 2014 Vorwürfe ins Feld führte, wonach der Spielentwickler John Carmack beim Wechsel zu Oculus 2013 geschützte Technologie mitgenommen habe, wurden diese Vorwürfe in einem neuerlichen Klageschreiben bekräftigt und auch massive Anschuldigungen gegenüber Oculus-Gründer Palmer Luckey erhoben.

Wie aus einem Dokument hervorgeht, das die Seite GameInformer veröffentlicht hat, soll Oculus' VR-Brille Rift mit Hilfe von Software und Technologie von Zenimax-Mitarbeitern entwickelt worden sein. Doch anstatt sich über eine Kompensation oder eine Firmenbeteiligung für Zenix zu einigen, habe Carmack entsprechendes geistiges Eigentum von Zenimax nach seinem Wechsel gestohlen. Oculus wurde einige Monate später von Facebook für rund 1,7 Milliarden Euro gekauft.

Betrugsvorwürfe

Dem Schreiben zufolge war Oculus vor Carmacks und Zenimaxs Mithilfe "ein grober Prototyp, dem eine Halterung genauso fehlte, wie spezifische Software, integrierte Bewegungssensoren und andere kritische Features, um ein ernsthaftes Produkt daraus machen zu können." Carmack und andere Mitarbeiter des Konzerns hätten zahlreiche Verbesserungen am Rift-Prototyp vorgenommen – sowohl im Bezug auf die Hardware als auch die Software.

Zenimax geht sogar soweit zu behaupten, dass Palmer Luckey ein Betrüger sei und die weit verbreitete Entstehungsgeschichte von Oculus, wonach Luckey als Teenager den Prototyp in der Garage seiner Eltern gebaut hatte, erfunden sei. "Tatsächlich ist die Story komplett falsch. Luckey fehlte das Training, die Expertise, die Ressourcen und das Know-How, um ein eine kommerziell einsetzbare VR-Technologie zu bauen. Seine Programmierkenntnisse waren rudimentär und er brauchte Zenimaxs Programmcode und Games, um seinen Prototyp zu demonstrieren", so der Konzern. Luckey habe sich dann zwar als visionärer Entwickler hinter Oculus präsentiert, tatsächlich hätten jedoch Zenimax-Mitarbeiter ohne Zutun von Luckey die Rift-Technologie entwickelt.

Dementi

Oculus selbst dementiert die Vorwürfe. Demnach umfasse Zenimaxs Vorwürfe nur eine einseitige Sicht der Geschichte. "Wir glauben weiterhin, dass der Fall haltlos ist und wir werden allen Anschuldigungen vor Gericht entgegnen", heißt es in einer Stellungnahme. (zw, 23.8.2016)

  • Artikelbild
    foto: ap photo/john locher
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