Renault-Abgastests: Bericht hält brisante Details zurück

23. August 2016, 10:40
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Ein Untersuchungsbericht soll Details zum Schadstoffausstoß verschwiegen haben

Paris – Neben Volkswagen kommt nun auch der französische Hersteller Renault in die Bredouille. Ende Juli wurde ein französischer Untersuchungsbericht veröffentlicht, der offenbar wichtige Details zum Schadstoffausstoß von Renault-Motoren unter Testbedingungen unerwähnt ließ, berichtet die "Financial Times" und beruft sich auf drei Mitglieder der entsprechenden Expertenkommission.

Zwar habe der Bericht bei einigen Dieselmodellen Stickstoffemissionen festgestellt, die teils neun- bis elfmal so hoch lagen wie die EU-Abgasnormen. Nicht erwähnt worden sei jedoch, dass beim Modell Renault Captur eine Abgasreinigung für Stickoxide ihre Leistung hochgefahren habe, als das Fahrzeug für Schadstofftests vorbereitet wurde. Renault bestreitet gegenüber der Zeitung, Software zur Manipulation von Emissionstests benutzt zu haben.

Staatsbeteiligung

Der französische Staat hält 20 Prozent an Renault. Die von Umweltministerin Ségolène Royal beauftragte Untersuchungskommission hatte nach offizieller Darstellung keine Beweise für Softwaretricksereien von Renault bei Abgastests gefunden.

"Der Bericht wurde letztlich vom Staat verfasst, und sie haben entschieden, was vertraulich bleibt", sagte Kommissionsmitglied Charlotte Lepitre von der Dachvereinigung französischer Umweltschutzorganisationen, der "FT". Ein Vertreter des Umweltministeriums bestritt laut der Zeitung, dass Fakten verschleiert werden sollten.

Europas größter Autobauer Volkswagen hatte im vergangenen Jahr gegenüber US-Behörden zugegeben, bei Abgastests mittels Software manipuliert zu haben und steht infolgedessen vor milliardenschweren Vergleichszahlungen an US-Kläger und -Behörden. In Frankreich hatte Renault im Jänner fast 16.000 Fahrzeuge zurück in die Werkstätten gerufen, um sie neu einzustellen. (Reuters, dpa, red, 23.8.2016)

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