Vorschau: Neun Spieleperlen, die Sie sich merken sollten

Ansichtssache23. August 2016, 09:57
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Auch Spiele unabhängiger Entwickler hatten auf der Gamescom ihren Platz. Eine Auswahl der spannendsten Titel

Köln 2016: Die ganze Gamescom ist in der Hand millionenschwerer AAA-Konzerne. Die ganze Gamescom? Nein – zwischen all den Riesen haben sich auch so manche kleinere Studios mit ihren Games-Perlen versteckt. Und das sowohl vereinzelt als auch geblockt: Die Indie Arena Booth bot auch heuer wieder kleineren Indies die Gelegenheit, sich auf der größten Gamesmesse Europas dem Publikum zu präsentieren. Allein dieser Zusammenschluss verschiedenster unabhängiger Entwickler hob dieses Jahr auf 600 Quadratmetern knapp 60 Indie-Spiele auf die große Messebühne, von Studentenprojekten über Klein- und Kleinststudios, von bereits erschienenen Spielen bis hin zu ersten Einblicken in erst 2017 erscheinende Titeln.

Der GameStandard war vor Ort – und hat eine bunte Auswahl der spannendsten Indie-Spiele der Gamescom mitgebracht.

raw fury games

GoNNER (Windows, Mac, tba 2017)

Der schwedische Plattformer "GoNNER" sieht mit seiner ziemlich einzigartigen Ästhetik nicht nur schick aus, sondern lockt hellhörige Freunde des kleinen, schweren Spiels auch mit prozeduraler Generierung und Rogue-like-Elementen. Wer an "Spelunky", "Risk of Rain" und "Rogue Legacy" seine Freude hatte, sollte sich den stylischen Trip in diverse Cartoon-Unterwelten vormerken.

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divr labs

Blue Effect (Vive, Oculus Rift; September 2016)

Nicht nur die Großen, auch Indies arbeiten fieberhaft am Sprung ins kommende VR-Zeitalter. Das tschechische Studio DIVR Labs spielt in "Blue Effect" überaus stilsicher mit Licht, Schatten und der Angst vor der Dunkelheit. Die Lichtquelle in der linken Hand kann auch offensiv eingesetzt werden – allerdings steht man dann für kurze Zeit buchstäblich im Finsteren unter robotischen Krabbelmonstern.

2
mixtvision digital

FAR: Lone Sails (Windows, Xbox One; Anfang 2017)

Mit einer riesigen Dampfmaschine zuckelt man in "FAR" durch einen ausgetrockneten Ozean, und zwar immer von links nach rechts. Das riesenhafte, retrofuturistische Gefährt will dabei von den Spielerinnen und Spielern gewartet, mit Treibstoff versorgt und auch durch gefährliche Situationen gelotst werden. Was minimalistisch klingt, erweist sich als atmosphärisches und sogar meditatives Abenteuer im außergewöhnlichen Look.

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datarealms

Planetoid Pioneers (Windows, Mac, Linux, Early Access 36,99 Euro)

Bei den Worten "Cortex Command" spitzen Auskenner die Ohren: Das abgedrehte Multiplayerkampfspiel in der weiteren Verwandtschaft von "Worms" sorgte für jahrelangen hysterischen Spaß auf so mancher Mehrspielerparty. "Planetoid Pioneers" ist in gewisser Weise der Nachfolger und setzt noch mehr auf Editoren, noch stärkere Modifizierbarkeit, bequeme Community-Einbindung – und all den chaotischen Spaß, der sich aus der einzigartigen Physik-Engine und Schadenfreude laufend ergibt.

4
playful oasis

Niche – A Genetics Survival Game (tba)

Wer sich vom legendären Rohrkrepierer "Spore" einen spielerischen Einblick in die Welt der Evolution erhofft hatte und bitter enttäuscht wurde, findet mit "Niche" einen neuen Hoffnungsschimmer: Basierend auf wissenschaftlich fundierten genetischen Modellen und Erkenntnissen der Biologie simuliert das "digitale Brettspiel" das Wunder der Evolution. Klimawandel, Ressourcenknappheit, Mutationen, Fressfeinde und Räuber machen das Überleben zur Frage der optimalen Anpassung. Ein smartes Spiel mit Lerneffekt.

5
gambitious digital entertainment

Diluvion (Windows, Mac; Herbst 2016)

Auf Kickstarter finanziert, entführt "Diluvion" – wieder einmal – in die Tiefsee, doch auf durchaus originelle Art und Weise. Inspiriert von Jules Verne und Steampunk wechseln sich 3D-Explorationstauchgänge und 2D-Adventure-, aber auch Strategieelemente in einer umwerfend gestalteten Spielewelt ab. Wenn das Spiel hält, was der erste Eindruck verspricht, dürfen sich Indie-Freunde schon sehr bald auf einen Leckerbissen gefasst machen.

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focus home interactive

Seasons After Fall (Windows, September 2016)

Schon in Kürze erscheint mit "Seasons After Fall" ein umwerfend illustrierter Plattformer mit dem Charme klassischer Zeichentrickfilme. Als kleiner Fuchs erforschen Spielerinnen und Spieler einen geheimnisvollen Wald und lösen dabei unter Einsatz einer originellen Jahreszeitenmechanik auch knifflige Rätsel. Wer klassische Plattformer mit außergewöhnlicher Grafik wie "Ori & the Blind Forest" zu schätzen weiß, wird sich sofort in das hinreißend umgesetzte "Seasons After Fall" verlieben.

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brainseed-factory

Typoman Revised (Windows, Mac 14,99 Euro; PS4, Xbox One tba)

Neue Spielideen sind rar – hier ist eine: Im typografischen Plattform-Abenteuer "Typoman Revised" kämpft sich ein aus Buchstaben bestehender Held durch eine Welt, in der Worte alles bedeuten können. Durch clevere Veränderung der Buchstaben lassen sich so etwa Gegner und Hindernisse einfach in Hilfreiches oder Harmloseres verwandeln. Bereits im November letzten Jahres für Wii U erschienen, bringt die runderneuerte Wiederauflage für die restlichen Spieleplattformen die kniffligen Wortspiele des deutschen Studios nun auch auf die Bildschirme anderer Spielgeräte.

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adriaan de jongh

Hidden Folks (Windows, Mac, iOS, Android; Ende 2016)

Zum Abschluss ein Spiel, auf das sich alle einigen können – vom Kleinsten bis zur Oma: Wimmelbilder sind seit Generationen internationale Bestseller, und mit "Hidden Folks" kommt endlich eine nicht nur charmante, sondern auch sinnvoll interaktive Variante auf die Bildschirme. Auf immer größer werdenden, liebevoll in Schwarzweiß gezeichneten Szenarien, die durch kleine Animationen und drolligen Stil wie lebendig wirken, wird die Suche nach den vermissten Figuren zur ebenso unterhaltsamen wie fordernden Aufgabe. Mit bloßem Augenzusammenkneifen ist es dabei nicht getan: Bäume wollen geschüttelt und Türen geöffnet werden. Nicht nur für Kinder höchst empfehlenswert – wenn der Rest der Spielwelt wieder einmal allzu grimmig dreinblickt. (Rainer Sigl, 23.8.2016)

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