US-Forscher zeigen Handy, das sich selbst zusammenbaut

Video23. August 2016, 09:52
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In einem überraschend einfachen Prozess werden sechs Komponenten zusammengesetzt

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist man wieder einmal dabei aus Science Fiction Realität werden zu lassen. Im Self-Assembly Lab arbeiten Forscher an Handys, die sich selbst ohne Hilfe von Menschen und Fertigungsrobotern zusammenbauen können.

Selbst zusammensetzender Minisessel

Das Labor hat zuvor unter anderem mit einem winzigen Sessel, der sich selbst zusammenbaut, und mit "programmierbaren" Materialien für Schlagzeilen gesorgt. Diese Materialien basieren auf 4D-Druck. Bei dem Prozess werden Gegenstände mit einem 3D-Drucker gefertigt, die sich selbständig verformen können. Das Labor wird unter anderem von der Darpa finanziert.

Nun hat sich Leiter Skylar Tibbits in Zusammenarbeit mit dem Designer Marcelo Coelho dem Feld Consumer Electronics zugewendet, berichtet "Fastcodesign.com". Gemeinsam haben sie einen Prototyp aus mehreren Teilen geschaffen, aus denen zwei verschiedene Handy-Modelle gebaut werden können. Das Prinzip ist dabei einfacher, als man vermuten würde. Die einzelnen Komponenten werden in eine Drehtrommel gegeben und so lange herumgewirbelt, bis sie sich zusammengesetzt haben. Das dauert im schnellsten Fall nicht einmal eine Minute.

Einfaches Prinzip

Die Komponenten des Prototyps verfügen über Magneten mit unterschiedlicher Polarität, sodass sichergestellt wird, dass die Einzelteile automatisch an den richtigen Stellen zusammengefügt werden. Laut Tibbits befindet sich das Projekt noch in einer frühen Entwicklungsstufe. Er geht aber davon aus, dass man auf diese Art in Zukunft auch komplexere Geräte mit mehr Teilen zusammensetzen kann.

Die Fertigung sei auf diese Art nicht nur günstiger als aktuelle Produktionsprozesse, sondern könnte auch mehr Freiheiten beim Design ermöglichen. Man benötige nur verschiedene Komponenten, die sich zu mehreren Modellen zusammenfügen lassen.

Diese Vorteile stehen allerdings der Tatsache gegenüber, dass dadurch noch mehr Arbeitsplätze durch Automatisierung verloren gehen. (red, 23.8.2016)

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