Wie sehr der Mensch den Masseumsatz der Natur beschleunigt

27. August 2016, 16:00
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Wiener Forscher ermittelten globale Biomasse-Umsatzrate unter heutigen Landnutzungsbedingungen

Wien – Es geht alles immer schneller. Das gilt nicht nur für unseren Alltag, sondern auch für die Entwicklungen in der Natur, wie Nachhaltigkeitsforscher um Karl-Heinz Erb vom im Wien ansässigen Institut für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt behaupten.

Erb und seine Kollegen haben für ihre Studie im Fachblatt "Nature Geoscience" untersucht, wie lange Kohlenstoff in der Biomasse gebunden bleibt, bis er wieder in den Kreislauf abgegeben wird, also zum Beispiel in die Atmosphäre oder in den Boden gelangt. Und zwar taten sie das sowohl für die heutigen Landnutzungsbedingungen wie auch für eine durch und durch natürliche Vegetation.

Von 13 auf sieben Jahre

Wenn die Flora weltweit sich selbst überlassen wäre, bliebe laut den Forschern ein Kohlenstoffatom im Schnitt dreizehn Jahre in der Biomasse gebunden. Ackerbau und Forstwirtschaft halbieren diesen Zeitraum nahezu: Die Aufenthaltsdauer verkürzt sich auf rund sieben Jahre.

Zu 59 Prozent ist der Umbruch von Wäldern zu landwirtschaftlichen Flächen für diese Beschleunigung verantwortlich, gut ein Viertel trägt die Forstwirtschaft bei, und die Beweidung von natürlichen Grasländern rund 15 Prozent, so die Forscher. Mit diesem Wissen könne und müsse man nicht nur die Klimamodelle genauer machen, sondern es sollte auch in ökopolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden, plädiert Erb. (red, APA, 27.8.2016)

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