Streik wegen Causa Appelbaum: Aktivisten wollen Tor abschalten

22. August 2016, 16:43
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Die Begeisterung für den eintägigen Streik hält sich in Grenzen – Aktivisten könnten gefährdet werden

Eine Gruppe von Aktivisten hat auf Ghostbin zu einem eintägigen Streik bei Tor aufgerufen. Sie wollen einen 24 Stunden andauernden Blackout des Anonymisierungsdienstes provozieren, um damit gegen Personalentscheidungen beim Tor Projekt und den Umgang mit Jacob Appelbaum zu protestieren. Wie berichtet hatte das Tor Projekt nach Vorwürfen der sexuellen Nötigung eine Untersuchung gegen seinen einstigen prominenten Sprecher eingeleitet und dessen Verhalten verurteilt. Appelbaum selbst bestreitet die Vorwürfe.

Protest gegen Personalia

Die #TorStrike-Aktivisten stellen sich außerdem gegen die Aufnahme von "Ex-CIA-Mitarbeitern" bei Tor. Ein eintägiger Streik bringt allerdings viele Journalisten und Dissidenten in Gefahr, die den Service nutzen, um sich vor staatlicher Spionage zu schützen. Deshalb gibt es auf Twitter heftige Kritik an der Idee. Auch das Tor Projekt selbst hat sich offiziell gegen den Streik ausgesprochen.

Forderungskatalog

In einer Liste mit 16 Punkte hat #TorStrike Forderungen erhoben. Wenn diese nicht erfüllt werden, sollen am 1. September sämtliche Tor-Relays abgeschaltet werden. Das ist freilich unwahrscheinlich, schon jetzt haben einige Betreiber solcher Tor-Server angekündigt, nicht mitmachen zu wollen. Auch das Erfüllen der Forderungen ist ausgeschlossen, so wird etwa der Rücktritt von Tor Projekt-Chefin Shari Steele verlangt. Es könnte aber zu Störungen im Tor-Betrieb kommen. (red, 22.8.2016)

  • Die Causa Jacob Appelbaum sorgt für Nachwehen
    foto: apa/epa/wagner

    Die Causa Jacob Appelbaum sorgt für Nachwehen

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