Sarkozy will bei Präsidentenwahl 2017 antreten

22. August 2016, 16:32
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Frankreichs ehrgeiziger Ex-Staatschef strebt zurück an die Macht

Paris – Als er vor vier Jahren aus dem Élysée-Palast auszog, hätte wohl kaum jemand an ein Comeback von Nicolas Sarkozy geglaubt. Der als Hoffnungsträger gestartete Sarkozy verspielte mit seinem als hyperaktiv belächelten Auftreten schnell viele Sympathiepunkte. Doch eins muss man dem Hobbyradfahrer lassen: Hartnäckig ist er. Seit zwei Jahren hat Sarkozy Schritt für Schritt eine neue Präsidentschaftskandidatur vorbereitet.

Sarkozys Vater stammt aus Ungarn, seine Mutter hat griechische Wurzeln. Seine politische Karriere begann der Anwalt im reichen Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine. Als Innenminister setzte Sarkozy auf harte Kanten – berüchtigt ist seine Ankündigung, "mit dem Kärcher", also einem Hochdruckreiniger, in den verschrienen Vorstädten aufzuräumen.

In seiner Zeit als Präsident von 2007 bis 2012 zwang er Freund und Feind mit immer neuen Initiativen zu ständiger Bewegung, Beobachter spotteten über "Speedy Sarko". Es deutet sich an, dass der 61-Jährige auch jetzt wieder auf ein scharfes Profil setzt – gerade bei der nach den Terroranschlägen so zentralen Sicherheitspolitik.

Mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel arbeitete Sarkozy nach anfänglichem Fremdeln eng zusammen. Ihre häufigen Abstimmungen ließen das Schlagwort "Merkozy" für die Achse Berlin/Paris aufkommen. Manche andere EU-Staaten grummelten über so viel Nähe zwischen den beiden Schwergewichten.

Für Schlagzeilen sorgte Sarkozy auch im Privatleben. Die Beziehung zum singenden Ex-Model Carla Bruni machte er mit einem Besuch in Disneyland publik. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens Giulia, Sarkozy hat zudem drei Söhne aus früheren Ehen. (Reuters/APA, 22.8.2016)

Die wichtigsten Stationen der politischen Karriere von Nicolas Sarkozy:

1955: Sarkozy kommt am 28. Jänner in Paris zur Welt.

1983: Mit nur 28 Jahren wird Sarkozy Bürgermeister der noblen Pariser Vorstadt Neuilly-sur-Seine.

1988: Der konservative Politiker zieht als Abgeordneter in die Nationalversammlung ein.

1993: Der 38-jährige wird Haushaltsminister, es ist sein erster Ministerposten.

2002: Sarkozy wird unter Staatschef Jacques Chirac Innenminister, später Wirtschafts- und Finanzminister und dann erneut Innenminister.

2007: Als Kandidat der konservativen Partei UMP gewinnt Sarkozy die Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolèn Royal.

2012: Bei der Präsidentschaftswahl unterliegt der Amtsinhaber seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande und zieht sich vorübergehend aus der Politik zurück.

2014: Nach seiner Rückkehr in die Politik wird Sarkozy zum Parteivorsitzenden der später in Republikaner umbenannten UMP gewählt.

2016: Sarkozy verkündet am 22. August seine Bewerbung als Präsidentschaftskandidat an. Die Vorwahlen des konservativ-bürgerlichen Lagers sind auf den 20. und 27. November angesetzt.

  • Nicolas Sarkozy
    foto: afp photo / lionel bonaventure

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