Tödlicher Supermarkt-Überfall: Enthaftung wird nicht bekämpft

22. August 2016, 15:59
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Staatsanwaltschaft Wien hält es für "vertretbar", dass möglicher Mitwisser auf freien Fuß gesetzt wurde

Wien – Die Staatsanwaltschaft Wien wird die Enthaftung des möglichen Komplizen jenes Räubers, der Anfang Juli bei einem Überfall auf einen Supermarkt in Wien-Penzing einen Polizisten tödlich und einen zweiten Beamten schwer verletzt hat, nicht bekämpfen. Die Entscheidung des Straflandesgerichts, die U-Haft nicht zu verlängern, sei "vertretbar", sagte Behördensprecherin Nina Bussek am Montagnachmittag.

Der 63-Jährige hatte den Räuber zum Tatort chauffiert, der eine Billa-Filiale in der Hütteldorfer Straße ausrauben wollte und wiederholt auf einschreitende Polizisten feuerte, ehe diese ihn erschossen. Nach Ansicht des Gerichts reicht die aktuelle Beweislage nicht aus, um davon auszugehen, dass der 63-Jährige von den verbrecherischen Plänen des 49-Jährigen wusste. Er wurde daher am vergangenen Freitag auf freien Fuß gesetzt.

Die Einschätzung, bei den derzeit vorliegenden Beweisen sei der dringende Verdacht nicht mehr aufrechtzuerhalten, sei "nachvollziehbar", meinte Bussek gegenüber der APA. Die Anklagebehörde wird die Enthaftung daher nicht bekämpfen. Dessen ungeachtet würden die gegen den 63-Jährigen gerichteten Ermittlungen wegen Beitrag zum schweren Raub mit Todesfolge und allfälliger Verstöße nach dem Waffen- und Sprengmittelgesetz fortgesetzt, so Bussek abschließend. (APA, 22.8.2016)

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