Junge sind viel häufiger überschuldet als Ältere

22. August 2016, 12:37
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Die Zahlungsmoral von Älteren ist besser als jene von Jungen, im Bundesländervergleich haben die Burgenländer die Nase vor, Wiener landen am letzten Platz

Wien – Die Zahlungsmoral der österreichischen Konsumenten hat sich im Vergleich zum Vorjahr erneut verbessert. Laut aktueller Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF ist die Anzahl jener, deren Rechnungen an ein Inkassobüro übergeben wurden, gesunken. Bei 1,43 Prozent der Österreicher wurde demnach eine Inkassomeldung neu eröffnet – im Vorjahr waren es noch 1,78 Prozent. Allerdings ist die durchschnittliche Forderungshöhe um 15 Prozent von 355 auf 405 Euro gestiegen.

Insgesamt gilt: Frauen sind vorsichtiger und weisen deutlich niedrigere Zahlungsrückstände auf als Männer. Die durchschnittliche Forderungshöhe liegt bei Männern mit 478 Euro knapp ein Drittel höher als bei Frauen (333 Euro). Die Schuldenhöhe ist gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs bei den Geschlechtern allerdings unterschiedlich stark gewachsen: bei den Männern um 18 Prozent, bei den Frauen um neun.

Junge Menschen häufiger betroffen

Junge Menschen sind weitaus öfter von Überschuldung betroffen als ältere. Unter den 20- bis 24-Jährigen gibt es 14-mal so viele Personen mit offenen Forderungen wie in der Gruppe der 80- bis 84-Jährigen. Ab 45 Jahren sinkt der Anteil der Personen mit Inkassomeldungen stark (nur mehr sechsmal so viele Personen wie in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen).

"Wenig überraschend verfügen vor allem jüngere Menschen über eine schlechtere Zahlungsmoral – das Einkommen ist vergleichsweise niedrig, das Konsumbedürfnis allerdings sehr hoch", sagt CRIF-Österreich-Geschäftsführer Boris Recsey. "Gemessen an der Höhe der Schulden haben jüngere und ältere Personen die niedrigste durchschnittliche Forderungshöhe. Auch das lässt sich damit begründen, dass in diesen Lebensphasen nur ein beschränktes Einkommen zu Verfügung steht, wohingegen in der Phase, in der das Einkommen meist am höchsten ist, auch die durchschnittliche Forderungshöhe am höchsten ausfällt."

Burgenländer mit höchster Zahlungsmoral

Die Burgenländer verfügen demnach österreichweit über die beste Zahlungsmoral. Während auch die Tiroler und Niederösterreicher ein mehrheitlich positives Zahlungsverhalten an den Tag legen, bilden die Wiener das Schlusslicht. Im Vergleich zum Burgenland haben hier rund doppelt so viele Konsumenten Inkassomeldungen.

Ein etwas anderes Ranking ergibt sich, wenn man die durchschnittliche Höhe der Inkassomeldungen betrachtet: Am besten schneidet hier Niederösterreich mit einer Forderungshöhe von rund 390 Euro ab, dahinter folgen Kärnten (394 Euro) und Wien (395 Euro). Den letzten Platz belegt Tirol mit durchschnittlich 429 Euro. Insgesamt gab es in allen Bundesländern deutliche Steigerungen – besonders in Tirol und in der Steiermark, wo die Höhe der Inkassomeldungen um jeweils rund ein Drittel (100 Euro) gestiegen ist. Lediglich in Wien blieb die durchschnittliche Forderungshöhe gleich. (red, 22.8.2016)

  • Das Einkommen junger Menschen ist vergleichsweise niedrig, das Konsumbedürfnis allerdings sehr hoch.
    foto: dpa/jens kalaene

    Das Einkommen junger Menschen ist vergleichsweise niedrig, das Konsumbedürfnis allerdings sehr hoch.

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