13 No-Gos auf Linkedin und Xing

23. August 2016, 08:00
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Online-Profile werden für die Jobsuche immer wichtiger. Was man unbedingt vermeiden sollte und womit man bei Recruitern punkten kann

Ein seriöser Online-Auftritt wird für die Jobsuche immer wichtiger. Profile auf Linkedin und Xing sollten an Lebenslauf und Motivationsschreiben angepasst und immer aktuell gehalten werden. Worauf es sonst noch ankommt, erklärt Kim Brown. Die stellvertretende Direktorin der Berufsberatungsstelle der Syracuse Universität in New York verbringt einen großen Teil ihrer Arbeitszeit damit, durch Linkedin-Profile von Arbeitssuchenden und Studierenden zu stöbern. Die größten Fehler:

1. Rechtschreibfehler

Auf Fehlerfreiheit zu achten ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – denkt man. Denn Brown berichtet, regelmäßig Fehler zu entdecken: Beim Namen der Firma, in den Jobbeschreibungen und sogar im Namen des Benutzers selbst. Linkedin und Xing haben keine eingebaute Rechtschreibprüfung, es gilt: Gewissenhaft durchlesen und bestenfalls noch von Freunden und Familie gegenchecken lassen.

2. Keine Bilder hochladen

Ein Profilfoto sorgt Linkedin zufolge für 14 Mal mehr Klicks. Deshalb sollte man sich um ein möglichst professionelles Foto bemühen. Auf dem Bild sollte man allein zu sehen sein, es darf ruhig auch ein bisschen lockerer sein, als das klassische Bewerbungsfoto – Anzug und Krawatte oder Kostüm sind nicht notwendig. Wobei es hier, wie beim traditionellen Bewerben, auch auf die Branche ankommt.

foto: linkedin/screenshot

Bei Linkedin lässt sich außerdem zu jedem Profilbild ein Hintergrund festlegen. Berufsberaterin Brown rät, ein Bild auszusuchen, das zum Beruf passt (sie selbst nützt etwa den Campus ihrer Universität als Hintergrundbild). Wichtig sei zudem, zu überprüfen, ob das Bild eine entsprechende Auflösung hat, also nicht verpixelt erscheint. Schließlich könne man auch weitere Dokumente, Bilder, Links und Präsentationen hochladen – so könnten sich Personalchefs ein noch besseres Bild machen. "Profile bestehen nicht nur aus Worten", sagt Brown.

3. Unpräzise Angaben

Brown berichtet von Studierenden, die sich als "Studentin der Universität X" bezeichnen – oder Arbeitssuchende, die ihren Jobtitel in der Kopfzeile anführen. "Wäre ich Personalchefin und würde das lesen, käme ich überhaupt nicht auf die Idee, dass Sie nach einem Job suchen", sagt Brown. Essentiell sei, der Kopfzeile maximalen Inhalt zu verleihen, beispielsweise in dem man schreibe: "Erfahrener Werbefachmann sucht Beschäftigungsmöglichkeiten im medizinisch-technischen Sektor". Weitere Infos folgen dann im Profil.

4. Das Feld "Zusammenfassung" auslassen

Viele Nutzer lassen fälschlicherweise das Feld "Zusammenfassung" aus. Dabei hat man hier Platz und Möglichkeit, sich genauer vorzustellen: Woher kommt man, was zeichnet einen aus und wohin will man? Auch hier gilt: Je nach Branche kann man die Zusammenfassung auch humorvoll gestalten. Um aufzufallen sollte man keinesfalls auf die richtigen Schlagwörter vergessen, die zum Berufswunsch oder der Branche passen.

foto: linkedin/screenshot

5. Fähigkeiten nicht angeben

In einem speziellen Abschnitt kann man auf Linkedin seine eigenen Fähigkeiten angeben – andere können sie bestätigen. Das passiert angeblich zehn Millionen mal pro Tag und wird in allen Linkedin-Ratgebern empfohlen. Auch in diesem Punkt spricht das Feedback dafür, Fähigkeiten anzuführen: Mit den so genannten Skills kann man die Profilaufrufe um das 13-Fache steigern.

6. Fremde Personen anschreiben

Fremde anzuschreiben kann komisch wirken. Besser: Auf Kontakte in seinen Gruppen zurückgreifen – so hat man eine Gemeinsamkeit, die helfe, das Eis zu brechen, sagt Beraterin Brown.

Wenn man beispielsweise Alumni einer Universität sei, solle man sich mit einem anderen Alumni vernetzen, anstatt einer völlig anderen Person zu schreiben.

7. 08/15-Nachrichten versenden

Auf keinen Fall automatisch generierte Nachrichten à la "Ich würde Sie gerne zu meinem LinkedIn-Netzwerk hinzufügen" versenden. Sich einen Augenblick für eine persönliche Formulierung Zeit zu nehmen, zahle sich aus, sagt Brown. Schließlich hasst jeder Massenmails.

8. Keine eigene URL generieren

"Einmal hat mich der Vorsitzende der Geschäftsentwicklung einer großen Firma angeschrieben. In seiner Signatur war sein LinkedIn Profil verlinkt", sagt Brown. "Der Link lautete [Joe]-[Smith]-8346974. Aber all diese Zahlen sehen schrecklich aus. Man sollte unbedingt die URL zum Profil anpassen."

foto: linkedin/screenshot

Das tut man bei Linkedin dort, wo man auch sein Profil bearbeiten kann. Unter dem Namen, dem aktuellen und dem früheren Arbeitgeber findet sich die URL-Zeile. Klickt man dort auf bearbeiten, kann man seine persönliche URL zum Profil erstellen. Auf Xing funktioniert das ähnlich. Für die URL gilt: Sie sollte dem eigenen Namen möglichst nahe sein. Spitznamen oder Fantasienamen vermeiden.

9. Keine Key-Words verwenden

In den Jobbeschreibungen gilt es, Key-Words zu verwenden – dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man auch von Personalchefs gefunden wird, sagt Expertin Brown.

10. Abschnitte nicht gliedern

Auf Linkedin kann man sein Profil in Abschnitte gliedern, dort kann man nicht nur berufliche Erfahrungen angeben, sondern auch Hobbies, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Prüfungsergebnisse. "Habt keine Angst, mit der Reihenfolge der Abschnitte zu spielen", rät Brown. Wenn man beispielsweise gerade sein Studium angeschlossen hat und die Abschlussarbeit wichtiger ist als Berufserfahrung, könne man den Abschnitt "Projekte" einfach über dem Abschnitt "Berufserfahrung" positionieren. Das funktioniert mithilfe eines Pfeils in der oberen Ecke jedes Blocks.

foto: linkedin/screenshot

11. Keine Empfehlungen hochladen

Wie im Bewerbungsschreiben solle man auch Online-Plattformen Empfehlungen hinzufügen, rät Brown. Wichtig sei, dass die Schreiben von namhaften Personen stammen und sich auf die speziellen Qualifikationen beziehen. "Oft sind Empfehlungen viel zu allgemein", sagt Brown. "In etwa so wie 'Alyson wäre eine ausgezeichnete Mitarbeiterin für Ihr unternehmen, denn sie arbeitet hart.'" Wichtig seien Details – wann und für welches Projekt man zusammengearbeitet hat – sodass das Schreiben nicht austauschbar wird.

12. Auf Updates vergessen

Jedenfalls solle man sich auch nach der Erstellung des Profils darum kümmern, sagt Brown. Sie empfiehlt: Mindestens einmal die Woche aktiv zu werden. "Beispielsweise ein Foto von einer Veranstaltung, bei der Sie teilgenommen haben, kommentieren Sie Beiträge." Sei man in einem Bereich Expertin oder Experte, könne man sein Wissen nutzen und News zum Fachthema posten.

Auch eine Art, aktiv zu werden: Leuten aus dem Netzwerk zum neuen Job oder der Beförderung zu gratulieren.

13. Keine Notizen anlegen

Sowohl bei Linkedin als auch bei Xing kann man zu jedem Kontakt beliebig viele Notizen hinzufügen. So merkt man sich, wo man jemanden kennengelernt hat oder worüber man mit dieser Person gesprochen hat. Das hilft für eine spätere Kontaktaufnahme. Auf Wunsch erinnert einen Linkedin sogar daran, sich einmal wieder bei einer bestimmten Person zu melden. (lib, 23.8.2016)

  • Geht gar nicht: Profil anlegen und dann nicht mehr aktualisieren.
    foto: reuters/david loh

    Geht gar nicht: Profil anlegen und dann nicht mehr aktualisieren.

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