Iran führt neue Luftabwehrraketen vor

21. August 2016, 11:45
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Laut Präsident Rouhani wurde das Rüstungsbudget im Vergleich zu 2015 verdoppelt

Teheran – Der iranische Präsident Hassan Rouhani und Verteidigungsminister Hossein Dehghan haben neue Luftabwehrraketen vom Typ Bawar 373 vorgeführt, die nach offiziellen Angaben Marschflugkörper, Drohnen, Kampfflugzeuge und ballistische Raketen zerstören können. Die staatlichen Medien zeigten am Sonntag Bilder der beiden Politiker bei der Präsentation des Abwehrsystems in Teheran.

Die Entwicklung der eigenen iranischen Luftabwehrraketen wurde 2010 beschlossen, als die Lieferung des russischen Systems S-300 wegen UNO-Sanktionen eingestellt wurde. Teheran und Russland hatten 2007 einen Vertrag im Wert von etwa 740 Millionen Dollar für das Flugabwehrsystems S-300 unterschrieben. Nach Ende des Atomstreits hat Russland im April mit der Lieferung der S-300 begonnen und der Vertrag soll bis zum Jahresende ganz erfüllt werden.

"Nationale Stärke"

Rouhani sagte in einer TV-Ansprache, der Rüstungshaushalt seit im Vergleich zu 2015 verdoppelt worden. "Wenn wir mit den Weltmächten am Verhandlungstisch sitzen, so ist dies wegen unserer nationalen Stärke", unterstrich der Staatspräsident. Der Verteidigungsminister sagte am Vortag, das System Bawar 373 biete "alle Fähigkeiten des (Systems) S-300". Die Iraner hätten aber nicht eine "iranische Version des S-300 gebaut", sondern "ein iranisches System".

Rouhani präsentierte auch das erste im Iran entwickelte Triebwerk für einen Kampfjet. Mithilfe dieses Triebwerks könnten Kampfflugzeuge in eine Höhe von bis zu 15.000 Metern aufsteigen, sagte der iranische Präsident. Der Iran sei "eines von acht Ländern weltweit", die diese Technologie beherrschten.

Mitte Jänner waren nach dem Inkrafttreten des im Juli 2015 in Wien abgeschlossenen internationalen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Das Abkommen zielt darauf ab, Teheran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Die UNO-Resolution 2231, mit der das Atomabkommen gebilligt worden war, verbietet Teheran die Entwicklung ballistischer Raketen, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können.

Bawar-373 ähnelt laut der Nachrichtenagentur Fars dem mobilen System S-300, das in mehreren Varianten gebaut wird. Der Iran betont, dass sein Militärprogramm einschließlich der Mittelstreckenraketen nur der Verteidigung des Landes diene. Dehghan sagte, das russische Flugabwehrsystem solle den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stärken und diene damit der Sicherheit aller Länder in der Region. (APA, 21.8.2016)

  • Präsident Rouhani und Verteidigungsminister Hossein Dehghan mit der neuen Rakete
    foto: reuters/president.ir

    Präsident Rouhani und Verteidigungsminister Hossein Dehghan mit der neuen Rakete

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