RB Leipzig in erster DFB-Cup-Runde out

20. August 2016, 18:53
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Hasenhüttl-Team muss sich trotz zwischenzeitlicher 2:0-Führung bei Dresden im Elferschießen geschlagen geben – Dynamo-Fans schmeißen Bullenschädel

Die erste Runde des deutschen Fußball-Pokals hat am Samstag eine Überraschung gebracht. Zweitligist Dynamo Dresden gewann das Sachsen-Derby vor eigenem Publikum gegen RB Leipzig mit 5:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten war es 2:2 gestanden.

Marcel Sabitzer brachte die Gäste in der 15. Minute per Kopf in Führung, Domink Kaiser erhöhte kurz vor der Pause aus einem Strafstoß auf 2:0 für von Ralph Hasenhüttl gecoachten Bundesliga-Aufsteiger. Die Gäste glichen aber durch einen Doppelpack von Stefan Kutschke (47./Elfer, 78.) aus und hatten im Elferschießen das bessere Ende für sich, weil Kapitän Dominik Kaiser vom Punkt scheiterte. Davor hatte Ilsanker seinen Penalty verwandelt. Sabitzer war zu diesem Zeitpunkt schon ausgetauscht.

Der 1. FC Köln mit Trainer Peter Stöger spazierte mit einem 7:0 beim Sechstligisten BFC Preussen ebenso locker in die zweite Runde wie Schalke (Alessandro Schöpf ab der 72. Minute) mit einem 4:1 beim Sechstligisten Villingen. Erfolge gab es auch für Nürnberg mit Georg Margreitter und Guido Burgstaller und Würzburg mit Jörg Siebenhandl.

"Geschmacklos"

Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Minge fand den Erfolg gegen Leipzig einfach nur "phänomenal, unfassbar" und konnte sich auch über die weitgehend friedliche Atmosphäre freuen. Am Sonntag tauchten jedoch Fotos einer widerwärtigen Aktion auf: Zu sehen ist darauf, wie ein abgetrennter blutiger Bullenschädel vor dem K-Block der Dresdner Ultras liegt. Damit sollte offenbar gegen Leipzig-Geldgeber Red Bull protestiert werden.

"Das ist einfach nur geschmacklos und passt damit auch genau zu dieser völlig überholten, von nur wenigen geführten, klischeebehafteten Debatte über RB Leipzig", sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff und gänzte: "RB Leipzig lässt die Probleme anderer Klubs mit eigenen, vereinzelten Fangruppierungen nicht auf sich abwälzen. Wir lassen uns nicht verbiegen und gehen unseren Weg unbeirrt weiter."

Hasenhüttl: Selbstfaller

Zweitliga-Neuling Dresden verdarb Hasenhüttl acht Tage vor der Bundesliga-Premiere gegen 1899 Hoffenheim den Pflichtspieleinstand. "Mir ist nicht klar, warum wir uns so haben vom Spiel abbringen lassen", sagte der Österreicher. "Das war überhaupt nicht notwendig. In der Bundesliga wird es nicht leichter für uns. Wir haben noch viel Luft nach oben." Auch die hitzige Atmosphäre vor 29.222 Zuschauern im Dresdner Hexenkessel habe ihren Teil beigetragen: "Wir waren am Ende nicht mehr souverän genug. Dieses Spiel müssen wir jetzt aus den Knochen schütteln."

Ausgerechnet der Ex-Leipziger Kutschke brachte Dresden in die Verlängerung. Der letzte verwandelte Elfmeter von Aias Aosman brachte schließlich den Sieg. "Das war Dynamo, wie es schöner nicht sein kann. Die Mannschaft wurde von den Fans nach vorne gepeitscht", sagte Trainer Uwe Neuhaus: "In der Verlängerung konnte jeder sehen, dass alle an die Grenzen gegangen sind."

Leipzig und Dresden liegen nur knapp 120 Kilometer auseinander, doch zwischen den beiden Städten liegen Fußballwelten. Dynamo ist der Inbegriff von Tradition und Herzblut der Fans, RB steht für den neureichen Emporkömmling, der nur durch die Millionen von Mäzen Dietrich Mateschitz existiert. "Ganz Deutschland hat uns die Daumen gedrückt", glaubt Dresden-Spieler Marco Hartmann. (sid, APA, red 21.8.2016)

Deutschland – DFB-Cup, 1. Runde:

Dynamo Dresden – RB Leipzig2:2 n.V., 5:4 i.E.
Würzburger Kickers– Eintracht Braunschweig 1:0 n.V
FC Viktoria Köln – 1. FC Nürnberg 1:1 n.V., 5:6 i.E.
Rot-Weiß Essen – Arminia Bielefeld 2:2 n.V., 4:5 i.E.
Hallescher FC – 1. FC Kaiserslautern 4:3 n.V.
FC 08 Villingen – Schalke 04 1:4
BFC Preussen – 1. FC Köln 0:7
SV Drochtersen/Assel – Borussia Mönchengladbach 0:1
SV Babelsberg – SC Freiburg 0:4

  • Für die Dresden-Fans hat auch die DDR Tradition.
    foto: apa/afp/eisenhuth

    Für die Dresden-Fans hat auch die DDR Tradition.

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