Frankreich mit der Schlusssirene ins Finale

19. August 2016, 22:53
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Deutschlands Handballer kassieren entscheidendes Gegentor zum 29:30 in der Schlusssekunde – Franzosen im Endspiel gegen Dänemark

Rio de Janeiro – Frankreich und Dänemark bestreiten am Sonntag (19.00 Uhr MESZ) in Rio das Olympia-Finale im Männer-Handball. Weltmeister Frankreich hatte in den Semifinali am Freitag zunächst Europameister Deutschland 29:28 (16:13) besiegt, ehe Dänemark gegen Polen 29:28 n.V. (25:25, 16:15) gewann. Für Frankreich geht es um das dritte Olympia-Gold in Folge, für die Dänen ist es die erste Medaille überhaupt.

Die Deutschen unter Österreichs ehemaligem Teamchef Dagur Sigurdsson müssen vor dem Bronze-Match gegen die Polen (Sonntag, 15.30) eine bittere Niederlage gegen die Franzosen verdauen. Nach dem Dreitore-Rückstand zur Pause geriet der leichte Außenseiter bis Minute 41 mit 15:22 in Rückstand, raffte sich aber noch einmal auf und kam zum Ausgleich. Zwei Sekunden vor Schluss sorgte Daniel Narcisse mit dem 29:28 jedoch für Frankreichs Finaleinzug.

Für die Franzosen geht es nun darum, mit dem dritten Olympia-Gold in Folge das zu schaffen, was bei den Frauen den Norwegerinnen am Vortag durch ihre Semifinal-Niederlage nach Verlängerung gegen die Russinnen verwehrt geblieben ist. Mit den Dänen steht ihnen der Bezwinger Österreichs im vergangenen WM-Play-off gegenüber. Die Dänen hatten sich im Juni daheim 35:27 und in Wien 23:20 durchgesetzt.

Extrem eng ging es beim zweiten Vorschlussrunden-Duell zu, und auch hier hatte ein Treffer zwei Sekunden vor der regulären Spielzeit entscheidende Bedeutung. Michal Daszek traf mit einem Verzweiflungswurf aus der zweiten Reihe von rechts aus der Drehung ins linke Kreuzeck und brachte die Partie damit in die Verlängerung. Welthandballer Mikkel Hansen hatte die Dänen 39 Sekunden vor der Sirene per Siebenmeter auf 25:24 vorangebracht.

Die Partie war ausgeglichen und primär in der zweiten Hälfte von starken Deckungen vor den überragenden Torleuten Niklas Landin und Piotr Wyszomirski bestimmt. Die Entscheidung fiel in der ersten Hälfte der "Overtime", in denen die Skandinavier auf 29:26 davonzogen. Zwar gelang ihnen in den zweiten fünf Minuten kein Treffer mehr, sie brachten den Sieg gegen das polnische Team von Ex-Welthandballer Talant Duschebajew aber über die Zeit. (APA, 20.8.2016)

  • Kräftiger und stärker als jede automatische Schusswaffe: Frankreichs sprunggewaltiger Daniel Narcisse, Spitzname: "Air France".
    foto: apa/soriano

    Kräftiger und stärker als jede automatische Schusswaffe: Frankreichs sprunggewaltiger Daniel Narcisse, Spitzname: "Air France".

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